Antifa | Nazis

05.03.2009 Nazi-Demonstration in Chemnitz

Wann? 5. März 2009, ab 16.00 Uhr
Wo? Reitbahnstraße 84 Chemnitz

Für den 5. März 2009 rufen die Nazis zu einem Trauermarsch entlang der Bernsdorfer Straße in Richtung Innenstadt auf. Ziel dieser Demonstration ist die Kreuzung am Bernsbachplatz, direkt vor der Reitbahnstraße 84.
Für die Bewohner_innen und Sympathisant_innen des Hauses sind weder diese Tatsache noch die Beweggründe, die dahinter stehen verständlich.
Nachdem im letzten Jahr schon ein Brandanschlag von Nazis auf das Haus stattgefunden hat ist es nicht nur fahrlässig und provokant, sondern auch eine Frechheit, wenn die Stadt es zulässt, dass Nazis auf unser Haus zu marschieren dürfen und davor möglicherweise sogar eine lautstarke Kundgebung abhalten.
Für uns ist das Verbreiten menschenverachtender, rassistischer und antisemitischer Ideologien vollkommen inakzeptabel, vor allem in der unmittelbaren Nähe unseres Wohn-und Kulturprojektes.
Am 5. März des vergangenen Jahres wurden Besucher_innen des Kulturprojektes von Nazis massiv angegriffen und mussten zum Teil stationär behandelt werden.
Aber die Stadt Chemnitz hat nicht nur an diesem Tag ein wahrnehmbares Nazi-Problem. Auch das restliche Jahr über werden Menschen, die nicht ins Bild der Nazis passen auf offener Straße brutal angegriffen. Auf subkultureller Ebene wird dieses Problem von weiten Teilen ignoriert. Daher stellt die Reitbahnstraße 84 in der Chemnitzer Innenstadt durchaus für viele Menschen eine Alternative im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Räumen dar. Als offenes, soziokulturelles und undogmatisch ausgerichtetes Projekt reagieren wir auf die beschriebenen Zustände.

Deshalb bieten wir dieses Jahr am 5. März allen Menschen, die sich äufwärmen wollen, Informationen zum aktuellen Geschehen erfahren möchten oder sich von Nazis bedroht fühlen ab 16 Uhr Rückzugsmöglichkeiten in unseren Räumen. Es gibt wie jeden Donnerstag lecker Essen bei der VoKü.

Um 19 Uhr findet in der Reitbahnstraße 84 ein Vortrag über die kritische Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen Gedenken und den Anknüpfungspunkten, die es nationalistischen wie auch geschichtsrevisionistischen Inhalten bietet:
Antonia Schmid „Dissolution: Wie mediale Erinnerungspolitik Geschichte in Bilder auflöst“.
Wir werden uns an diesem Tag inhaltlich mit der Reproduktion von nationalistischen Gedankengut auseinandersetzen und die Frage aufwerfen in wie fern auch die „bürgerliche Mitte“ solche Anschauungen (mit)trägt.
Unser Hauptanliegen ist am 5. März 2009 daher die Aufklärung und Unterstützung zivilcouragierter Menschen.

Wenn es tatsächlich so weit kommen sollte, dass die Nazis vor unserem Haus eine Kundgebung abhalten, werden wir dieser nicht stillschweigend zusehen.
Wir lehnen dies entschieden ab!

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