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10. Todestag von Carlo Giuliani

Heute vor zehn Jahren erschoss am Rande des G8 Treffens in Genua ein Polizeischüler den 23jährigen Carlo Giuliani aus einem Polizeiwagen heraus. Am 20. Juli 2001 waren in der norditalienischen Stadt mehrere hunderttausend Menschen gegen die Politik der G8 auf die Straße gegangen. Dabei kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei. Diese griff hart durch und verletzte mehrere hundert Demonstrantinnen und Demonstranten und nahm während der Proteste etwa 250 Personen fest. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte im Anschluss an den G8 das brutale Vorgehen der Polizei in den Gefängnissen als massive Verstöße gegen Menschenrechte und forderte vom damaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi vergeblich eine zügige und vollständige Aufklärung der Vorfälle.

Als am Nachmittag des 20. Juli ein Geländewagen der Carabinieri auf der Piazza Alimonda von Demonstranten attackiert worden war, wurde Carlo Giuliani von einer der beiden abgefeuerten Kugeln durch die eingeschlagene Scheibe des Rückfensters getroffen und fiel hinter dem Fahrzeug zu Boden. Wenig später wurde er beim Zurücksetzen des Polizeifahrzeuges zweimal überrollt. Er starb noch am Ort des Geschehens an den Folgen seiner tödlichen Verletzungen (Fotos). Das Strafverfahren gegen den für die Schüsse verantwortlichen Carabiniere wurde im Mai 2003 endgültig eingestellt. Im Anschluss an den Tod Giulianis griffen Polizeieinheiten immer wieder Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Globalisierungsproteste an. Nach einem Überfall auf die Diaz Schule mussten dutzende Menschen mit zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Video des Medienkollektivs kanalB über die Ereignisse von Genua:

Kommentare

  1. Daniel sagt:

    Kein Vergebn kein Vergessen. Carlo VivE!!!

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