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Demonstration für dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden

Am Nachmittag demonstrierten in Dresden etwa 200 Menschen für eine dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden in Dresden, einem Stopp der menschenverachtenden Abschiebepraxis und für eine bundesweite Aufhebung der so genannten Residenzpflicht. Die Demonstrantinnen und Demonstranten zogen dabei vom Jorge-Gomondai-Platz, am Kulturrathaus vorbei bis in die Altstadt, wo auf dem Dr.-Külz-Ring schließlich die Abschlusskundgebung stattfand. In Redebeiträgen, Sprechchören und auf Flugblättern forderten sie statt einer Heimunterbringung eine menschenwürdiges Leben in Wohnungen, in denen die Privatsphäre gesichert und die oft traumatisierten Flüchtlinge nicht der ständigen Kontrolle durch die Heimleitung und den psychischen Belastungen in den oftmals mehrfach belegten Zimmern ausgesetzt sind.

In Dresden leben derzeit etwa 400 Asylsuchende in sechs Heimen. Obwohl die Stadt in ihrem Integrationskonzept schon vor mehreren Jahren das Ziel einer dezentralen Unterbringung formuliert hatte, scheiterte dieses Vorhaben bisher bereits zweimal am Widerstand des CDU und FDP regierten Stadtrates. Die Gebäude der Gemeinschaftsunterkünfte sind oft in einem desolatem Zustand, in einigen Fällen müssen sich bis zu acht Personen ein Zimmer teilen. Nach ihrer Flucht vergehen oft Jahre in Ungewissheit, ohne dass ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt oder eine humane Behandlung zuteil wird. Diese Praxis und die fehlende psychologische Betreuung sind auch dafür verantwortlich, dass es Flüchtlingen nur schwer gelingt, die Flucht und Erlebnisse aus ihren Herkunftsländern zu verarbeiten und isolieren sie darüber hinaus vom Rest der Bevölkerung.

Demonstration am Postplatz Demonstration am Postplatz

Bereits seit Wochen protestieren immer wieder dutzende Menschen am Rande der Stadtratsitzungen auf der Königsstraße in Dresden. Ein erster Schritt könnte es sein, so das Netzwerks „Asyl, Migration, Flucht“ in ihrem Redebeitrag vor dem Kulturrathaus, Asylsuchende nicht als störende Verwaltungsvorgänge, sondern als Menschen zu betrachten, die ebenso ein Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben haben, wie die Mehrzahl der Menschen hier im Land.

Bericht über den Umgang mit Asylsuchenden in Leipzig: Leipziger Zustände: „Balla Balla!“(1)

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