Freiräume | Kultur

Ausstellung Tatort Stadion zu Gast in Dresden

Schon seit Dienstag befindet sich in den Räumlichkeiten des glücksgas-Stadions die vom Bündnis aktiver Fußballfans (B.A.F.F.) entwickelte Austellung „Tatort Stadion 2“. Noch bis zum 4. Oktober wurden dazu vom Dresdner Fanprojekt e.V. und der antirassistischen Faninitiative 1953international neben der Ausstellung einige interessante Podiumsdiskussionen, Workshops und eine Lesung mit dem bekannten Sportjournalisten und Buchautor Christoph Ruf organisiert.

Während sich die Situation in den letzten Jahren in Dresden spürbar verbessert hat, zeigen Vorfälle wie jüngst in der ersten DFB-Pokalrunde beim Chemnitzer FC, dass Rassismus noch immer ein Problem eines Teils der Fußballfanszene ist. Am 20. August hatten etliche Anhänger des Gastgebers Dresdens Stürmer Mickaël Poté mit Affenlauten beschimpft. Im anschließenden Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern hatte sich der Verein mit einer Botschaft an seine Fans gewandt und den „offensichtlichen und unterschwelligen“ gesellschaftlichen Rassismus kritisiert. In der Ausstellung, die nach 2004 nun schon zum zweiten Mal in Dresden gastiert, werden jedoch nicht nur verschiedene Aspekte von alltäglicher Diskriminierung und Aktivitäten von Nazis in deutschen Stadien aufgezeigt, sondern auch Projekte und Initiativen vorgestellt, die sich diesen Tendenzen entgegenstellen.

Heute Abend wird es in der „business lounge“ der Spielstätte des Zweitligisten SG Dynamo Dresden um den „Klang der Kurve“ gehen. Dazu wollen Vertreter der Dresdner Fanszene gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftler Gerd Dembowski die Ultra-Jugendkultur vorstellen und im Anschluss daran mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Höhepunkt der zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung ist eine geplante Podiumsdiskussion mit dem bekannten Journalisten Günter Wallraff, der vor einigen Jahren bei den Recherchen für seinen Film „Schwarz auf Weiss“ mit Dynamofans konfrontiert worden war und im Anschluss daran seine Bereitschaft für ein Kommen signalisiert hatte.

Dokumentation „Schwarz auf Weiss“:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *