Freiräume

Solidaritätsdemonstration gegen „Stuttgart 21“ in Dresden

Transparent in gegen den Abriss des Bahnhofes
Quelle: Grüne Bawü/Flickr (2010)

12.000 Menschen demonstrierten am 30. September gegen das umstrittene Bauprojekt Stuttgart 21. Durch Massenblockaden wurden weite Teile des Schloßparks blockiert. Die Polizei ging bei der Räumung laut Zeugenberichten sehr brutal vor. Neben Wasserwerfern wurden auch Reizgas und Pfefferspray eingesetzt. Insgesamt soll es über 1.000 leicht Verletzte gegeben haben. Anders traf es einen Mann, der nach einem Wasserwerfereinsatz aus den Augen blutete. Sein Zustand ist zur Zeit noch ungewiss. Aufgrund des Polizeieinsatzes kam es in vielen Städten zu Spontandemonstrationen. Für den morgigen Freitag (1. Oktober) kündigte das Bündnis „Kopfbahnhof 21“ weitere Proteste an. Auch in Dresden soll es eine Unterstützungsaktion geben. Eine Demonstration ist für 19.00 Uhr am Albertplatz geplant.

Im Stuttgarter Schloßpark sollen mehr als 200 uralte Bäume dem Bahnprojekt weichen. Seit Wochen demonstrieren tausende Menschen gegen das Milliardenschwere Projekt, welches vorsieht, den Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchfahrtsbahnhof umzubauen. Die momentan geplanten Kosten liegen bei 4,1 Milliarden Euro.

Kommentare

  1. Stefan sagt:

    Danke für den Beitrag. Komme gerade von der Demonstration, es waren laut einiger Quellen ca. 300 Menschen anwesend, nach kurzer Begrüßung durch die Grünen gab es drei Minuten „Schwabenstreich“ / Lärm und danach hat sich die Menge auf den Weg zum Neustädter Bahnhof gemacht. Die Polizei war mit 5-6 Funkwagen anwesend und hat für die Demonstration kurzzeitig Teile des Albertplatzes gesperrt und so konnten wir enstpannt über die Straße bis zum Bahnhof laufen. Ich habe mich nach abschluss der Kundgebung am Bahnhof noch kurz mit einem Polizisten unterhalten und nehme aus dem Gespräch viel positives mit – die anwesenden Polizisten waren freundlich und erstaunlich interessiert mehr über die Hintergründe zur Kundgebung zu erfahren. Alles in allem eine super Aktion – weiter so!

  2. fritz sagt:

    Das sind mir die Richtigen! Die Funktion der Polizei als Exekutive des Gewaltmonopolisten Staat, der jede andere Gewalt neben der seinen notwendigerweise ideologisch als Terror geißeln muss (auch die Gewalt der Blockierer im Schloßpark, denn selbst eine friedliche Macht übt eine Gewalt aus, weil sie eben Macht hat und damit auch Gewalt ausüben kann), nicht in Frage stellen, viel positives aus den Gesprächen mit den Funktionsausübenden mitnehmen, aber sich dann moralisch beschweren, wenn der Staat, im Übrigen ganz legitim, von seinem Recht als der einzige über Gewalt Verfügende Gebrauch macht und seine ausführenden Organe daher Gewalt anwendenen. Man kann das staatliche Gewaltmonopol nur scheiße finden, wenn man den Staat scheiße findet und daher sein Gewaltmonopol anzweifelt, aber Staat und dessen Gewaltmonopol beides zu akzeptieren und sich dann über die Ausübung des Akzeptierte zu beschweren, ist einfach nur eine Heuchelei, welche die Vertreter der Grünen freilich zu gerne machen. Um an gesellschaftliche Wirkmächtigkeit zu gelangen, waren den Repräsentanten der Bürger immer schon alle Mittel ein Recht. Und diese spielen, dumm wie das Volk eben ist, auch noch das Spielchen mit – ein einziges Elend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *