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Verkehrsunfallstatistik vorgestellt

Die Dresdner Polizei hat gestern Mittag ihre jährliche Verkehrsunfallstatistik vorgestellt (Genaue Zahlen). Insgesamt erfasste sie 2009 15.894 Verkehrsunfälle, darunter 13.627 Unfälle mit Sachschäden. Auf Platz eins der Unfallorte landete im vergangenen Jahr der Schlesische Platz vor dem Neustädter Bahnhof mit 102 Unfällen (2008: 80), dicht gefolgt vom Albertplatz mit 94 (2008: 117). Die gefährlichsten Straßen sind nach Polizeiangaben die beiden Hauptverkehrsadern der Neustadt: die Bautzner Straße, auf der 263 Unfälle passierten (2008: 337) und die Königsbrücker Straße mit 235 Unfällen (2008: 251). Die Zahl der Verletzten lag 2009 bei 2.763 Menschen (2008: 2.648). Insgesamt fünf Personen starben im letzten Jahr an den Folgen eines Unfalls. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren.

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stieg auf 308 (2008: 263), bei 160 davon wurden Personen verletzt (2008: 130). Unfallursache Nummer Eins waren fehlende Rücksichtnahme, vor allem bei Unfällen mit Personenschaden lag die Ursache oft bei der Missachtung der Vorfahrtsregeln.

Der Anteil der in Verkehrsunfälle verwickelte Fahrradfahrer ist weiter gestiegen und lag 2009 bei 1.280 (2007: 1.266). Mehr als 900 Radfahrerinnen und Radfahrer wurden dabei verletzt. Damit sind fast ein Drittel aller bei Verkehrsunfällen verletzten Personen auf zwei Rädern unterwegs. Die wesentlichen Ursachen für diese Entwicklung sind zum einen die seit Jahren gewachsene Zahl der Menschen mit Drahtesel im Stadtverkehr und zum anderen verschiedene Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.

Aus diesem Grund wiederholte der Dresdner Ableger des ADFC anlässlich der Ernennung einer neuen Radverkehrsbeauftragten in der Landeshauptstadt seine Forderung, der gestiegenen Anzahl Rechnung zu tragen und die jährlich für die Förderung des Radverkehrs vorgesehene eine Million Euro, auf 2.5 Millionen zu erhöhen. Mit dem Geld wäre ein auch von der Polizei geforderter Ausbau von eigenständigen Radwegen möglich.

Der ADFC forderte außerdem in einer eigenen Stellungnahme zur Verkehrsunfallstatistik, eine stärkere Kontrolle des Fehlverhaltens jener Autofahrer, die bei Unfällen mit Fahrrad-Beteiligung in 52% der erfassten Fälle verantwortlich gewesen sind. Immer wieder, so der ADFC weiter, sind „abbiegende Autofahrer, die Radfahrern auf dem Radweg die Vorfahrt nehmen“ eine der Unfallursachen. Bei so genannten „Schwerpunktkontrollen“ der Polizei wurde in der Vergangenheit immer wieder auf die Fahrradbeleuchtung geschaut, obwohl 2008 in nur einem erfassten Fahrradunfall die unzureichende Fahrradbeleuchtung Ursache gewesen ist.

Die Polizei möchte auch in Zukunft mit Präventionsangeboten zur Verkehrerziehung in der Grundschule und im Seniorenbereich die Unfallzahlen verbessern. Eine im vergangenen Juni als Pilotprojekt gegründete eigene Fahrradgruppe wird auch in diesem Jahr auf den Straßen der Stadt unterwegs sein.

Mehr als verspäteter Aprilscherz waren hoffentlich die Ideen des SZ-Autors Denni Klein gemeint, der als Vorschlag die Einführung eines Fahrrad-Führerscheins und „schmerzlicher Strafen“ forderte.

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