Kultur

La isla – Archive einer Tragödie

Im Frühjahr wurde in einigen Programmkinos die Dokumentation „La isla – Archive einer Tragödie“ gezeigt. Nach einer Explosion in der Hauptstadt Guatemalas vor fünf Jahren tauchen auf dem Gelände der heutigen Polizeischule 80.000 Akten aus den Zeiten des blutigen Bürgerkriegs auf. Der Ort war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts das Gefängnis gefürchteter Kommandos der 1996 aufgelösten Policia Nacional.

Dem deutschen Regisseur Uli Stelzner wurde als bisher einzigem Filmemacher, eine Drehgenehmigung für die Arbeiten im Archiv erteilt. Es gelang ihm, mit außergewöhnlichen visuellen und emotionalen Mitteln die blutige Geschichte des mittelamerikanischen Landes nachzuzeichnen und Beweise für unfassbare Verbrechen zu finden. Er portraitierte eine junge Generation von Menschen, die bereit sind, sich mit der unaufgearbeiteten eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.

Zwischen 1960 und 1996 kamen bei bewaffneten Konflikten zwischen Militärregierung und der indigenen Bevölkerung über 200.000 Menschen ums Leben. Mehrere zehntausend Menschen wurden von der Polizei verschleppt und gelten bis heute als verschwunden.

Der Dokumentarfilm wurde im Mai mit dem mimikri media Förderpreis auf dem DOK.fest München ausgezeichnet.

Interview mit Uli Stelzner: Die Visualisierung des Grauens

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