Nazis

155 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe im Jahr 2012

Aus den heute von der Opferberatung des RAA Sachsen e.V. vorgestellten Zahlen geht hervor, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Angriffe gegenüber dem Vorjahr um knapp 27% auf 155 gesunken ist. Insgesamt 215 Menschen waren dabei direkt betroffen. Damit ereignet sich in Sachsen statistisch gesehen an jedem dritten Tag ein rechtsmotivierter oder rassistischer Übergriff. Häufigste Form von Angriffen waren Körperverletzungsdelikte (91), gefolgt von Nötigungen, Bedrohungen und versuchten Körperverletzungen (49). In der Gesamtstatistik werden lediglich Gewaltdelikte und keine Propaganda- oder Beleidigungsdelikte erfasst.

Der deutliche Rückgang ist vor allem auf die rückläufige Tendenz in den Städten Dresden und Leipzig zurückzuführen. In beiden Städten wurden für 2012 jeweils 23 Angriffe registriert, während es im Jahr zuvor in Dresden noch 40 und in Leipzig 36 gewesen waren. Auch die Zahl der Übergriffe im Landkreis Vogtland sank von 16 auf nunmehr 3. Dennoch gebe es nach Einschätzung von RAA-Vertreterin Andrea Hübler gerade in den Landkreisen Mittelsachsen, Zwickau, Leipzig und Nordsachsen noch immer eine stark vernetzte und nach wie vor aktive Naziszene. Gleichzeitig gehe die Opferberatung von einer „hohen Dunkelziffer“ aus.

Während die Zahl der Übergriffe in den Städten gesunken ist, nahm sie in den Landkreisen Bautzen und Leipzig sogar auf 17 zu. In den Regionen Zwickau (16), Mittelsachsen (14) und Nordsachsen (11) blieb die Zahl nahezu unverändert. Ein leichter Anstieg war auch in den Landkreisen Meißen (8) und der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge (10) zu verzeichnen. Obwohl die Zahlen insgesamt zurückgegangen sind, nahmen rassistisch motivierte Angriffe zu. Den vorliegenden Daten nach zu urteilen, wurden 2012 erstmals mehr Menschen aus rassistischen Motiven (60) heraus angegriffen, als nicht-rechte oder Alternative Menschen (46). In 32 Fällen waren politisch engagierte Menschen Ziel eines rechten Übergriffes geworden.

Die Opferberatung sieht als Ursache für den Anstieg rassistischer Gewalttaten eine zum Teil „offen rassistisch geführte Debatte“ über die Unterbringung von Asylsuchenden in Sachsen, die in einigen Regionen verstärkt zu Angriffen auf Asylsuchende und deren Unterkünfte geführt hätten. Dennoch zeigte sich Andrea Hübler abschließend erleichtert: „Zum Glück setzte sich im Jahr 2012 nicht die erschütternde Folge von rechtsmotivierten Morden der vergangenen Jahre fort. 2008 wurde der Wohnungslose Karl-Heinz Teichmann in Leipzig getötet. Marwa El-Sherbini verlor 2009 in Dresden aufgrund von Rassismus ihr Leben und ein Jahr später Kamal K. in Leipzig. 2011 wurde der Wohnungslose André K. in Oschatz zu Tode geprügelt“.

Die umfangreiche Jahresstatistik der sächsischen Opferberatungsstellen lässt sich hier downloaden.

Kommentare

  1. Deutscher Herbst sagt:

    Falsch! So nicht! Es waren 543 Angriffe, also täglich 1 1/2er.
    Ich weiss zwar nicht wo und wann, aber ich schätze mal grob, daß es so gewesen sein muß. Ich will ja auch noch nächstes Jahr die staatlichen Zuschüsse für meine Faulheit, statt arbeiten zu gehen, den ganzen Tag dumm zu labern und dafür Steuergelder einzustreichen, abfassen. Bin für jede Info bez. noch höheren Zahlen dankbar.
    So, und jetzt lege ich mich wieder hin!

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