Nazis

Die Wölfe heulen wieder

Wie das ART Dresden auf seiner Seite berichtet, soll am Freitag im ehemaligen Nubeatzz Club auf der Erfurter Straße 12 ein Konzert mit der 1997 gegründeten rechtsoffenen Hooliganband „Kategorie C“ und der patriotischen Rapperin Dee Ex stattfinden. Die Band, die inzwischen unter dem Namen „Hungrige Wölfe“ auftritt, ist schon seit Jahren fest in der norddeutschen Rechtsrock-Szene verankert. Der Kopf der Gruppe ist Sänger Hannes Ostendorf, Bruder des Blood and Honour-Aktivisten Henrik Ostendorf, welcher zuletzt als Geschäftsführer des Deutsche Stimme Verlags in Riesa tätig gewesen ist. Zwei der Bandmitglieder spielten nach Recherchen von „Turn it down!“ in der Vergangenheit in der rechten Band Boots Brothers und der Blood & Honour-Vorzeigeband Nahkampf. Letztere hatten ihre erste CD den inhaftierten Nazis Christian Worch, Gottfried Küssel und Gerhard Lauck gewidmet und veröffentlichten 2001 eine Split-CD mit der russischen Naziband Kolovrat.

Die Band sieht sich nach eigener Darstellung selbst mittlerweile nicht mehr als politische Musikgruppe, vertrat aber in der jüngsten Vergangenheit offen rassistische Positionen, wie etwa im Song „Deutschland dein Trikot“ auf dem „wegen Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten sowie Gewaltdarstellungen“ beschlagnahmten „Fußballsampler“ der NPD anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Nur wenige Monate später trat Ostendorf gemeinsam mit Liedermacherin Annett Müller und der Band Agitator auf einer von Eckart Bräuniger (NPD) angemeldeten Solidaritäts-Demo für den inhaftierten Landser-Sänger Michael „Lunikoff“ Regener vor dem Gefängnis in Berlin-Tegel auf.

Die Eintrittskarten für die Veranstaltung am 1. Juli können dem ART zufolge nur unter Angabe des Namen und der Adresse auf der Internetseite der Band erworben werden. Mit dem konspirativen Verhalten bei der Organisation ihrer Konzerte soll verhindert werden, dass die Inhaber der Räumlichkeiten im Vorfeld über die Ausrichtung der Band und des Konzertes informiert werden. Erst im Mai hatte die Band vor etwa 300 Personen im Leipziger „Club Lagerhof“ gespielt. Die seien, so die Leipziger Polizei auf Anfrage, „sehr aggressiv“ gewesen. Schon am frühen Abend waren auf dem Konzertgelände rund „30 Personen aus dem Rocker- und Hooliganmilieu“ mit Baseballschlägern und Elektroschocker kontrolliert worden.

Panorama Beitrag vom 21. Juni 2011:

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