Nazis

Forderung nach einem „Thor Steinar“ Verbot im Landtag

Der SPD-Landtagsabgeordnete Henning Homann hat in einem offenen Brief Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) dazu aufgefordert, Personen mit Kleidung der besonders in rechten Kreisen beliebten Modemarke „Thor Steinar“ in Zukunft den Zutritt zu verweigern. So hätten in der letzten Zeit immer wieder Besucherinnen und Besucher des Landtags Produkte der Marke getragen und damit ein „klares Bekenntnis“ zur rechten Gesinnung zur Schau gestellt. In den Augen von Homann sei dies ein „Verstoß gegen die Würde des Hohen Hauses“. Die Verwaltung des Sächsischen Landtages selbst lehnte den Vorstoß ab und begründete die Entscheidung damit, dass Personen, die Kleidung mit „antidemokratischen Bezügen“ tragen, ohnehin keinen Zutritt erhielten.

Erst jüngst hatte der Name eines neu eröffneten Ladengeschäftes der MediaTex GmbH in Chemnitz für Aufregung gesorgt. Die 13. Filiale in der Chemnitzer Mühlenstraße war nach der kleinen norwegischen Gemeinde „Brevik“ benannt worden. Dies hatte jedoch in Chemnitz für Empörung gesorgt, da der Name an den norwegischen Nazi Anders Behring Breivik erinnert hatte, der im Sommer 2011 bei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen getötet hatte. Als Motiv für seine Taten gab er an, Norwegen gegen den Islam und den „Kulturmarxismus“ verteidigen zu wollen. Nach öffentlichen Protesten hatte das Unternehmen jedoch reagiert und den „Thor Steinar“-Laden in „Tønsberg“ umbenannt. Inzwischen hat auch der Vermieter rechtliche Schritte wegen „arglistiger Täuschung“ eingeleitet.

"Thor Steinar"-Geschäft in Chemnitz (Quelle: endstation-rechts.de)

"Thor Steinar"-Geschäft in Chemnitz (Quelle: endstation-rechts.de)

Dennoch hatten wenige Tage nach der Eröffnung des Geschäftes am Brühl etwa 350 Menschen dessen Schließung gefordert und zu mehr Solidarität mit antifaschistischen Engagement aufgerufen. Zuvor hatten sich zahlreiche politisch Verantwortliche, Gewerbetreibende, Vertreter der Stadtverwaltung aber auch Anwohnerinnen und Anwohnern zusammengesetzt, um sich über einen gemeinsamen Protest zu verständigen. Eine Initiative, die es gegen den „Thor Steinar“-Laden im Zentrum von Dresden bislang nicht gegeben hat. Seit mehr als drei Jahren gibt es in unmittelbarer Nähe zu Dresdens größter Einkaufsmeile Bekleidungsartikel des vor allem bei Nazis beliebten Labels.

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