Nazis

Militärhistoriker veröffentlicht Bücher bei Neonazis

Wie die Sächsische Zeitung am vergangenen Donnerstag berichtete, veröffentlichte Wolfgang Fleischer, ein Mitarbeiter des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, ein Buch mit dem Titel „Sachsen 1945“ im „Deutsche Stimme“ (DS) Verlag aus Riesa. Doch das aktuelle Buch von Fleischer ist nicht das einzige, welches bei der DS angeboten wird. Ein Blick in das „nationale Warenhaus“ verrrät eine lange Liste an Publikationen Fleischers.

Die DS ist das Presse- und Vertriebsorgan der NPD. Der Verlag publiziert eine Monatszeitung und unterhält einen Online-Versandhandel mit NS-Devotionalien, Musik und bei Rechten beliebten Klamotten. Unregelmäßig veranstaltet die Deutsche Stimme ein so genanntes Pressefest, wo rechte Szenebands gemeinsam mit Funktionären der NPD auftreten. Zuletzt kamen dazu im August 2006 mehrere tausend Nazis nach Dresden-Pappritz. In diesem Jahr wird das Fest vermutlich in der ostsächsischen Gemeinde Quitzdorf am See stattfinden.

Museumschef und Oberstleutnant Matthias Rogg wusste zwar, dass Fleischer an einem Buch zur Thematik arbeitet, aber nicht wo er dieses publiziert. Der Vorfall wird nun von der Wehrbereichsverwaltung in Strausberg geprüft. Aufmerksam wurde das Museum durch die Bewerbung des Buches in der „Deutschen Militärzeitschrift“. Die Publikation wird von der Bundeswehr als „rechtsextrem“ eingestuft und darf von Bundeswehr-Bibliotheken nicht mehr bezogen werden, so Rogg weiter.

Fleischer arbeitet bereits seit 1972 im Militärhistorischen Museum und war Mitglied der Historikerkommission zu den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945, die im März diesen Jahres im Dresdner Rathaus ihren Abschlussbericht zu den tatsächlichen Opferzahlen vorgestellt hatte.

Kommentare

  1. jörg sagt:

    In der „Deutschen Militärzeitschrift“ wird offenbar nicht nur das Buch von Wolfgang Fleischer beworben – das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe verspricht auch ein Interview mit ihm:

    „Die Kämpfe in Sachsen 1945
    Der Militärhistoriker Wolfgang Fleischer im DMZ-Gespräch“

    siehe: http://www.deutschemilitaerzeitschrift.de (rechte Spalte)

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