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Razzia wegen Krawallen nach EM-Halbfinale

Beamte der Sonderkommission “Halbfinale” haben am 28. Oktober 2008 mehrere Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht. Insgesamt 17 Objekte in Dresden, Freital und Bannewitz seien betroffen gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Dresden.

Im Zuge der Ermittlungen waren demnach 17 Tatverdächtige ins Visier der Beamten geraten. Deren Wohnungen durchsuchten die Kriminalisten mit dem Ziel, Beweise für die Tatbeteiligung zu sichern. Dabei stellte die Sonderkommission den Angaben zufolge mehrere Beweise sicher. Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten demnach auch zwei Schreckschusspistolen. Die Wohnungsinhaber, Männer zwischen 18 und 32 Jahren, wurden noch vor Ort vernommen.  Insgesamt 83 Beamte der Polizeidirektionen Dresden und Oberelbe-Osterzgebirge sowie des sächsischen Landeskriminalamtes waren an den Durchsuchungen beteiligt.

Die Sonderkommission ermittelt seit Juni wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs. Im Anschluss an den Sieg der deutschen Mannschaft gegen die Türkei im EM-Halbfinale war es in Dresden zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Mehrere Dutzend Maskierte griffen kurz nach dem Schlusspfiff gezielt türkische Lokale an, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Schwarz gekleidet und maskiert

Oberstaatsanwalt Jürgen Schär sagte, es sei klar, dass es sich nicht um eine spontane Tat einiger betrunkener Jugendlichen gehandelt habe. Ermittelt werde wegen Landfriedensbruchs in besonders schwerem Fall. Die Polizei schloss nicht aus, dass es sich bei den Tätern um rechtsextremistisch eingestellte Hooligans vom Fußballclub Dynamo Dresden handeln könnte. An den Ausschreitungen waren laut Polizei zwischen 30 und 60 schwarz gekleidete und maskierte Männer beteiligt. Das Vorgehen der Täter lasse den Schluss zu, dass sie sich zu den Angriffen verabredet hatten. Insgesamt stellten die Einsatzkräfte die Identität von 92 Personen fest. 17 von ihnen müssen sich unter anderem wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Sprengstoffgesetz verantworten.

Die Täter schlugen die Scheiben mehrerer Dönergeschäfte im Dresdner Stadtteil Neustadt ein und verwüsteten teilweise die Einrichtung. Zudem warfen sie Flaschen in die Lokale und zündeten Böller. Ein türkischer Imbissbetreiber sagte: “Ich hatte Todesangst.”

Siehe auch:

Quelle: NPD-Blog (28.10.08)

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