Nazis

Übergriff auf linksalternativen Jugendlichen nach dem Spiel Dresden gegen Braunschweig

Wie das Portal „Libertäres Netzwerk“ mitteilt, wurde am Sonntag früh ein Jugendlicher von zwei Nazis am Neustädter Bahnhof angegriffen. Kurz nach 7 Uhr wartete der Betroffene an der Ecke Hansastraße/Antonstraße, als ihn unvermittelt zwei junge Männer in Fanbekleidung von Dynamo Dresden aufgrund seiner Kleidung mit linken Symbolen zunächst beleidigten. Als der 24-jährige die beiden aufforderte, dies zu unterlassen, wurde er tätlich angegriffen. Einer der Männer schlug dem Betroffenen mit der Stirn auf dessen Nase. Der zweite Angreifer beobachtete das Geschehen und zog, nachdem er merkte, dass in der Umgebung Passanten die Tat beobachteten, den Angreifer zurück. Im Anschluss daran verließen die beiden den Ort des Geschehens und drohten dem leicht verletzten Betroffenen, „nicht die Polizei zu rufen“. Die Täter wurden wie folgt beschrieben: Der Erste war ca. 19 bis 22 Jahre alt, zwischen 1,75 und 1,85 groß, sportlich gebaut, hatte braunes bis dunkelblondes Haar und eine Inselfrisur mit einem in die Seite rasierten Streifen. Der zweite Täter war ca. 19 bis 23 Jahre alt, 1,65 bis 1,75 groß, stämmig gebaut, ca. 5-10 cm lange Haare und hatte auffällig viele Pickel im Gesicht.

Am Spieltag selbst fanden in zahlreichen Stadien Aktionen im Rahmen der FARE-Aktionswochen statt. Das europaweite Netzwerk hat sich das Ziel gesetzt, die öffentliche Wahrnehmung und das Bewusstsein für Rassismus und Ausgrenzung in „Europas Sportart Nummer 1“ aber auch in der Gesellschaft zu schärfen. Dazu hatte in Dresden Dynamos Trikotsponsor Veolia im Heimspiel gegen Tabellenführer Eintracht Braunschweig auf den Trikotaufdruck verzichtet. Damit konnte die Mannschaft des Zweitligisten mit einem Sondertrikot und dem Aufdruck „Love Dynamo Hate Racism“ auflaufen. Die Aktion entstand in Zusammenarbeit mit der seit mehreren Jahren aktiven antirassistischen Initiative 1953international aus der Fanszene von Dynamo. Zum Spieltag am Samstag wurde der neue Schal mit dem einprägsamen Slogan verkauft. Die Einnahmen sollen ebenso wie die Erlöse aus der Versteigerung von sechs Spielertrikots in Zukunft zur Finanzierung von mehreren Jugend- und Antirassismus-Projekten verwendet werden.

Weiterer Artikel: Interview mit Kai von 1953international

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