Nazis

Urteile in Berufungsverhandlung

Mehr als zwei Jahre nach den Übergriffen in der Dresdner Neustadt wurden in der vergangenen Woche zwei der Beschuldigten am Landgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt. Richterin Michaela Kessler sah es als erwiesen an, dass die beiden an den Ausschreitungen nach dem EM-Halbfinale auf drei Lokale in der Neustadt beteiligt gewesen waren und verurteilte sie in der Berufungsverhandlung wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall zu Jugendstrafen von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung.

Ein dritter Angeklagter war bereits im vergangenen Jahr ebenfalls zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf zwei Jahre Bewährung verurteilt worden. Der zuständige Richter hatte damals die „schlechte Ermittlungsarbeit“ der Polizei am Abend der Überfälle kritisiert.

Wenige Monate zuvor war Willy Kunze als mutmaßlicher Rädelsführer vor dem Dresdner Landgericht zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Obwohl am Tag der Überfälle aus einer etwa 50köpfigen gezielt ausländische Restaurants angegriffen wurden, wollte das Gericht keine rassistischen Motive bei den wenigen Tatverdächtigen erkennen. Im Anschluss an die Verhandlung hatten mehrere Männer einen Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e.V. auf dem Weg vom Gerichtsgebäude zu seiner Arbeitsstelle überfallen und zusammengeschlagen.

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