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13.12.2008 Neonazidemonstration in Litvínov (Tschechien)

Nachdem in diesem Jahr schon zweimal Neonazis und Bürger in Litvínov versucht haben, das örtliche Roma-Viertel Janov zu stürmen, ruft die rechtsextreme tschechische Arbeiterpartei (Delnická Strana) zusammen mit militanten Neonazis für den 13.12. wieder zu einer Demonstration auf.

Als Reaktion auf die schweren Ausschreitungen während des letzten „Protestmarsches“ gegen die Roma-Minderheit in Nord-Böhmen, legte der tschechische Innenminister Ivan Langer der Regierung einen Verbotsantrag auf den Tisch und reagierte damit gezwungenermaßen auf die internationale Berichterstattung über die pogromartigen Zustände im Zuge der letzten Monate, als sich Neonazis unter dem Applaus der ortsansässigen Bevölkerung stundenlange Straßenschlachten mit den zahlenmäßig überlegenen aber dennoch überforderten Sicherheitskräften lieferten. Lediglich 15 der mehr als 500 Neonazis wurde dabei schließlich festgenommen. Fragwürdig bleibt, ob mit dem drohenden Verbot und einer geplanten Verschärfung des Versammlungsrechts die weit verbreiteten antiziganistischen und rassistischen Vorurteile in der tschechischen Gesellschaft nachhaltig beeinflusst werden. Die Romani Alliance, ein Zusammenschluss tschechischer Romaverbände, hat vorsorglich schon einmal zum Selbstschutz aufgerufen, während sich zivilgesellschaftliche und antifaschistische Kreise bislang noch nicht wahrnehmbar dazu geäußert haben.

Kommentare

  1. xcantonax sagt:

    mittlerweile gibt es einen tschechischen aufruf der antifa für eine große antifaschistische demonstration am 13.12. um 14 uhr in prag unter dem motto „nein zu rassismus! nein zu neonazismus! stoppt den xenophobilen konsens in der tschechischen bevölkerung!“.

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