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Antimilitaristischer Protest an der Uni

Studierende aus Dresden haben bei der heute zu Ende gegangenen bonding Messe im Hörsaalzentrum (HSZ) der TU gegen die Teilnahme etlicher Rüstungsunternehmen protestiert. Die Messe versucht nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren Kontakte zwischen interessierten Studierenden und Unternehmen zu vermitteln.

Neben Europas größtem Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS und der Diehl Stiftung & Co. KG hatte sich u.a. auch das Bundesamt für Beschaffung und Wehrtechnik für Praktikas vorgestellt. Einer der Geschäftszweige der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) ist die Herstellung von Trägersystemen für Streubomben und die Technologie zum Bau von Atombomben. Die Diehl Stiftung & Co. KG mit Sitz in Nürnberg gehört zu Deutschlands größten Minen Produzenten. Minen sind in Kriegen und Bürgerkriegen weltweit für schwerste Verletzungen und Tote verantwortlich. Die Firma war im vergangenen Jahr gerichtlich gegen eine Zeitung in Bayern vorgegangen, die dem Unternehmen die Produktion von Streubomben vorgeworfen hatte.

Die linke Hochschulgruppe der TU Dresden distanzierte sich von Unternehmen, die Mitverantwortung für Kriegsopfer auf der ganzen Welt tragen und forderte die Universitätsleitung auf, die Zusammenarbeit mit diesen Firmen einzustellen. Gleichzeitig verteilten sie an die Messebesucher kritische Flyer und Waffeln unter dem Motto: „Waffeln statt Waffen“.

Einige der Protestierenden machten mit Sambatrommeln, Sprechchören und Transparenten auf ihr Anliegen aufmerksam und schafften es gegen den handgreiflichen Widerstand des studentischen bonding Personals, ein riesiges Banner mit dem Slogan: „Für Waffen und Profit, die TU Dresden macht alles mit!“ zwischen den Säulen im Eingangsbereich des Hörsaalzentrums aufzuziehen. Nach wenigen Minuten rückte die Polizei mit 18 Fahrzeugen an und begann damit, auf dem Unigelände der Sambagruppe die Sticks zu entwenden, Kleidungsstücke zu zerreißen und die Treppe vor dem HSZ abzuriegeln.

Dennoch war das Feedback vieler Studentinnen und Studenten sehr positiv im Bezug auf den Hintergrund des Protestes. Die Bundeswehr versucht seit Monaten in einer Charming-Offensive an Arbeitsagenturen und Bildungseinrichtungen Personal für Kriegseinsätze zu rekrutieren. Eine Übersicht mit den kommenden Terminen findet ihr auf der Seite des bundesweiten Aktionsbündnisses „Kehrt Marsch!“.

Beteiligung deutscher Unternehmen an der Produktion von Landminen und Streumunition:

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