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Bundestagswahlergebnisse für Dresden

Gestern fanden im gesamten Bundesgebiet die Wahlen zum 17. Deutschen Bundestag statt. Die Wahlbeteiligung lag in Sachsen mit 65% knapp 13 Prozentpunkte über dem der letzten Landtagswahl Ende August aber mehr als fünf Prozentpunkte unter den Zahlen im Bundesdurchschnitt. (Interessante Grafik zur Wahlbeteiligung in Deutschland) Im Vergleich zu den Bundestagswahlen 2005 gingen in diesem Jahr in Sachsen mehr als 400.000 Menschen weniger zu den Wahlurnen. (Offizielles Endergebnis der Wahlen zum 17. Deutschen Bundestag)

Stärkste Kraft in Sachsen wurde mit 35.6% der Stimmen wie erwartet die CDU. Dennoch konnten die Christdemokraten nicht von der höheren Wahlbeteiligung profitieren und lagen mehr als drei Prozentpunkte unter dem Ergebnis der Landtagswahlen im letzten Monat, aber immerhin 5.6% über dem Wert von 2005. Auch die GRÜNEN konnten ihr gutes Landtagswahlergebnis nicht wiederholen und verloren mehr als ein Prozent ihrer Stimmen. Die Wahlgewinner in Sachsen sind wie im Bund DIE LINKE und die FDP mit 24.5 bzw. 13.3% der Stimmen. Die SPD zeigte sich mit 14.6% leicht erholt und wurde wieder drittstärkste Kraft. Dennoch verloren die Sozialdemokraten gegenüber 2005 mehr als 320.000 Stimmen (-9.9%). (Wahlergebnis in Sachsen)

Zu keinen großen Veränderungen kam es bei den beiden für Dresden relevanten Wahlkreisen Dresden I und dem Teilkreis Dresden II. Die Wahlbeteiligung in Dresden lag bei 64.2% (Zweitstimmenergebnisse für Dresden)

Die CDU mit den beiden Spitzenkandidaten Arnold Vaatz und Andreas Lämmel wurde in Dresden mit 33.6% bei den Zweitstimmen stärkste Kraft. Allerdings konnte sie nicht an das Ergebnis des letzten Monats (37.28%) anknüpfen und verlor mehr drei Prozentpunkte. Den Erfolg verdankt die Partei vor allem den Wählerinnen -und Wählern in den eingemeindeten Ortschaften und Außenbezirken Dresdens. Ihre schlechtesten Ergebnisse erzielte die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor allem in den Wahlbüros der Äußeren Neustadt und Leipziger Vorstadt.

DIE LINKE mit der alten und neuen Bundestagsabgeordneten Katja Kipping und dem Spitzenkandidaten Klaus Sühl konnte ihr Ergebnis gegenüber den Landtagswahlen um fast vier Prozentpunkte deutlich verbessern und kam auf 21.12% der Zweitstimmen. Außerdem konnten die Linken ihr Ergebnis von 2005 um 1.55 Prozentpunkte steigern. Die Partei schaffte es besonders in den Plattenbauvierteln Dresdens, die Menschen von ihrem Wahlprogramm zu überzeugen. In den Wahlbüros in Prohlis, Gorbitz, Seidnitz, Leuben und Johannstadt wurde sie noch vor der CDU stärkste Kraft.

Die SPD mit den Spitzenkandidatinnen Marlies Volkmer und Ines Vogel konnte mit 14.9% der Zweitstimmen ihren dritten Platz in Dresden zurückerobern. Obwohl sie mit diesem Ergebnis fast 11 Prozentpunkte gegenüber 2005 verloren haben, konnten sie sich im Vergleich zu den Landtagswahlen im letzten Monat um mehr als drei Prozentpunkte steigern.

Die FDP mit ihren Spitzenkandidaten Jan Mücke und Johannes Lohmeyer erhielten in Dresden mit 13.75% der Stimmen fast genauso viel wie bei der letzten Bundestagswahl (13.56%) vor vier Jahren. Der künftige Koalitionspartei der regierenden CDU konnte vor allem in den Wahlbüros punkten, in denen die CDU erfolgreich war und wurde dort oft auch zweitstärkste Kraft.

Die GRÜNEN um den Spitzenkandidaten Dietrich Herrmann und den neu gewählten Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn konnten ihr Ergebnis von 2005 deutlich steigern (+3.85%) und kamen auf knapp 12% der Stimmen. Dennoch verloren sie gegenüber der Landtagswahl wie ingesamt in Sachsen fast ein Prozent und wurden nur fünftstärkste Kraft in der Landeshauptstadt. Mit Werten jenseits der 30% waren sie vor allem in den Wahlbüros der Äußeren Neustadt und Leipziger Vorstadt erfolgreich.

Die NPD kam landesweit auf nur 4% und verlor dementsprechend mehr als 35.000 Stimmen gegenüber der letzten Bundestagswahl in Sachsen. Es bestätigt sich damit die Einschätzung der vorangegangenen Landtagswahl, dass eine höhere Wahlbeteiligung gleichzeitig mit einem Scheitern der Partei an der 5% Hürde verbunden gewesen wäre. Im Dresdner Wahlkreis I und im Teilkreis II mit der Spitzenkandidatin Brigitte Lauterbach und dem Spitzenkandidaten Jens Baur kam die NPD auf gerade einmal 2.5% bzw. 2.75% der Wählerinnen- und Wählerstimmen. Die meisten davon bekamen die Rechten in den Wahlbüros am Amalie-Dietrich-Platz und Wölfnitzer Ring in Gorbitz Süd, auf der Wilhelm-Lachnit-Straße in Strehlen, in Marsdorf, Luga und im Wahlbüro auf der Lübbenauer Straße in Reick. Wie schon zu den Landtagswahlen war die NPD in der Äußeren Neustadt im Wahlbüro auf der Jordanstraße mit knapp 2% der Stimmen am erfolgreichsten.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich der Abwärtstrend der NPD in Sachsen weiter fortsetzt. Während bei den Landtagswahlen 2004 noch mehr als 190.000 Menschen (9.2%) ihre Zweitstimme der NPD gaben, so sank dieser Wert bereits im darauffolgenden Jahr zur letzten Bundestagswahl auf rund 130.000. Im Superwahljahr 2009 erhielten sie bei den Kommunalwahlen im Juni rund 107.000 Stimmen. Bei den Landtagswahlen im August fiel dieser Wert erneut um mehr als 6.000 Stimmen auf 100.000 (5.6%). Der vorläufige Tiefpunkt der vergangenen fünf Jahre ist das Ergebnis der Bundestagswahl, bei der aber immerhin noch 91.000 Sachsen (4.0%) ihr Kreuz bei der NPD machten.

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