Antifa | Nazis | News

Der 1. Mai in Dresden

Die Zivilgesellschaft und allen voran die Gewerkschaften in Dresden ließen im Vorfeld des 1. Mai verlautbaren, dass sie sich den Arbeiterkampftag nicht von den Nazis nehmen lassen werden. Bratwurst und Bier bei sonnigem Wetter und Musik sind selbstverständlich angenehmer, als sich auf der Straße den Nazis entgegen zustellen. Es zeigt allerdings auch die Ignoranz gegenüber dem Auftreten der Nazis und wie kämpferisch der 1. Mai für die Zivilgesellschaft geworden ist. Einzige Ausnahme war das „Bügerfrühstück gegen Rechts“ vor dem Dresdner Rathaus, welches leider schon einige Stunden vor Beginn des NPD-Aufmarsches beendet wurde.

Was die Stadt von antifaschistischen Aktionen hält, zeigt sich jedes Jahr in den Tagen um den 13. Februar. Während die Nazis durch die Stadt hofiert werden, wird jeglicher antifaschistischer Protest brutal unterbunden, oder versucht im Vorhinein zu verunmöglichen. Deswegen entschieden wir uns am 1. Mai 09 nur für eine kleine Kundgebung auf dem Dr.-Külz-Ring um auf eben diese Zustände aufmerksam zu machen. Sie sollte als Anlaufpunkt dienen, es wurden Stadtpläne verteilt und dazu aufgerufen, kreative Aktionen an der Nazidemo zu machen. Die Kundgebung hatte teilweise bis zu 100 TeilnehmerInnen und stand bis zum Ende der Demonstration.
Die NPD konnte gerade mal 250 Menschen mobilisieren und ihr Demonstration nicht ungestört durchführen. Ihre ständigen Begleiter waren stets präsent mit Sprechchören, kleineren Sitzblockaden, Transparenten. Die Route der Nazis war versehen mit „NAZI FREE“- Sprühereien.
Mit etwas mehr Entschlossenheit hätten die Nazis wahrscheinlich auch blockiert werden können. Denn Polizei war ungewohnt entspannt, es gab nur kleinere Rangeleien. Am Ende des Tages wurde noch eine Spontandemo in die Neustadt von ca. 50-70 AnitfaschistInnen durchgeführt.
Laut Polizei kam es an dem Tag im Stadtgebiet Dresden zu mehreren Sachbeschädigungen durch politische Schriftzügen an Hauswänden und kleineren Bränden. Der Larvik wurde zudem noch farblich um einiges verschönert und auch der Eastyle wurde in der Nacht zuvor erheblich beschädigt (siehe addn.me Artikel).

Kurz nach dem Verbot der Demonstration in Hannover meldete Maik Müller aus Dresden eine Demo in Freiberg an. Seinem Aufruf folgten ca. 450 gewaltbereite Nazis, unter ihnen die Freien Kräfte aus Dresden. Müller war bereits Anmelder des Trauermarsches am 13. Februar und trat zuletzt als Redner in Usti (CZ) auf. Nach seiner Rückkehr aus Freiberg am 1. Mai konnte beobachtet werden, wie er sichtlich verärgert in der Oskar-Röder-Straße telefonierte. Grund dafür wird wohl gewesen sein, dass einige Antifaschisten bereits vor ihm dort waren und einige Scherbenhaufen hinterließen. Die Oskar-Röder-Straße dient als regionaler Treffpunkt der Dresdner Naziszene.
Laut Polizeibericht brannte in der Nacht zuvor ein weißer Skoda komplett aus, böse Zungen meinen, dass es sich dabei um Maik Müllers Auto handelte.

Quelle: Venceremos

Kommentare

  1. Indyleser sagt:

    Es wurde auch inhaltlich gegen die Nazis gearbeitet – siehe Aktion von No pasarán (Link zu Indymediabericht)

  2. wayne sagt:

    Dafür haben die 2 Wochen gebraucht? Stand doch alles schon hier:
    http://de.indymedia.org/2009/05/248883.shtml

  3. nanu sagt:

    @wayne:

    gibts da neuerdings nen contest? wenn ja wo kann ich mich registrieren?

    @indyleser:

    mit inhaltlicher arbeit meinst du das: „Eine Partei, zu deren Mitgliedern zahlreiche Gewaltverbrecher gehören; die nicht mal in der Lage ist, ihre eigenen Finanzen vernünftig zu verwalten und deshalb kurz vor der Pleite steht, kann man wohl kaum das Schicksal der BRD anvertrauen.“ ?

  4. wayne sagt:

    @nanu
    Ich hatte nicht vor eine Kindergartendiskussion vor den Zaun zu brechen. Ich wunderte mich nur ein wenig, wo in dem Artikel jetzt der Nachrichtenwert im Vergleich zu vorherigen Berichten war. Das war einfach alles alt und damit uninteressant, außer vielleicht für jemanden der nur venceremos liest. Ist auch egal, dient sicher einem höheren Zweck und ich widme mich jetzt wieder interessanteren Dingen.

  5. nanu sagt:

    @wayne: na wenn du bist zu ende liest, fallen dir im vgl. zum erwähnten indy-artikel sicherlich noch einige bisher unerwähnte informationen auf. insofern triffts dein „alles alt und damit uninteressant“ nicht. stichwort kindergartendiskussion: vorbeugen ist besser als auf den zaun zu brechen 😉

  6. paul sagt:

    interessante artikel, schöne ergänzung zum bisherigen, zwar nich so lustig wie die hoch intelektuellen diskussionen auf anarchia dd aber immerhin, vllt. sind direkte aktionen im dunkeln effektiver als irgendwelchen rentnern sinnig hinterherzurennen;)
    vorallem wenn die motivation nicht die is, wie im februar, versteht mich nicht falsch, aber sich wegen 200 hinterwäldlern die fresse polieren zu lassen, nein danke;)
    wer jetzt unbedingt bock auf stress hat, kann ja solche lustigen sachen machen, wie sie im artikel stehen, schließlich bringen scherben auch nohc glück!

  7. wayne sagt:

    @nanu
    Das Schöne an addn.me im Gegensatz zu venceremos ist die Interaktivität, und da nehme ich bei dieser Gelegenheit das doch gleich mal wahr.

    Ihr scheint nicht gerade Angst vor Repression zu haben? Aber ganz abgesehen davon, ist es mit dem Nachrichtenwert auch nicht weit her. Das ist nicht mehr als ein „Guck mal, was ich kaputt gemacht habe!“ Oder was habt ihr damit bezweckt? Politisch halte ich das sogar für kontraproduktiv. Militante Mittel sollten überlegt und nur als letztes Mittel eingesetzt werden, und dann erst recht nicht so unreflektiert abgefeiert werden. Das ist nichts worauf man irgendwie stolz sein könnte. Meiner Meinung nach ist das ein Ausdruck der Verzweiflung, weil man glaubt anders nicht mehr weiter zu kommen. Ich finde es bedenklich an der Eskalationsschraube zu drehen, wirklich was gebracht hat es eigentlich nicht, außer dass die Gegenseite bei sich bietender Gelegenheit sicher zurückschlagen wird und das dann einsetzende Gejammer, würde ich euch dann auch nicht mehr abkaufen, da kommt einem eher ein „Selber Schuld“ auf die Zunge. So leistet man ohne Not der Extremismustheorie Vorschub, „Die Extremen rechts wie links sind auf Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele angewiesen…“.

    P.S.
    Noch son Spruch -> Knochenbruch! 😉

  8. huy sagt:

    „intelektuellen“

    Hihihi. Du bist mir auch so eine „intelektuelle“ Dampfwalte.

  9. nanu sagt:

    @ wayne: „ihr“? was du dir da ausspinnst, ist mir echt ein rätsel. aber offensichtlich macht es dir den rundumschlag leichter. mach mal weiter, aber ohne mich. ich hab nen date an der eskalationsschraube, um die gewaltfrage zu debattieren…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *