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Dresden: Flashmobs und anschließende Sponti

Heute haben sich in der Dresdner Innenstadt 100-150 Studierende an unangemeldeten Flashmobs und daran anschließender Spontandemonstration zur Universität beteiligt. Damit sollte auf die Verwirtschaftlichung des Studiums aufmerksam gemacht werden und öffentlichkeitswirksam Kritik am Bachelor-Master-System nach außen getragen werden. Während den Aktionen waren viele Vertreter von Presse und Rundfunk anwesend.

Ab 11:30 sammelten sich die Student_innen vorm Hauptbahnhof, wo bereits ab 10:00 ein Infostand einen ersten Anlaufpunkt bildete. 12:00 mischte man sich dann unauffällig unter die Passant_innen auf der Prager Straße, um vor der Zentrumsgalerie, der neusten Shopping-Meile Dresdens, zu vereinbarter Zeit plötzlich wie gefroren zu verharren. Die Aufmerksamkeit der überraschten Menschen nutzten einige, um Flyer zu verteilen und auf das Anliegen des Protests aufmerksam zu machen. Nach diesem Freeze-Flashmob war der Haupteingang der Altmarktgalerie das nächste Ziel, wo sich die Student_innen als Opfer des Bologna-prozesses erschossen zu Boden fallen ließen. Unter dem Motto „Tatort Bologna-Opferzahl steigend“ wurden auch hier die einkaufenden Menschen über die Situation der universitären Bildung in Deutschland und Europa informiert. Anschließend wurde der „Teufelskreis der Bildungspolitik“ als Walzertanz auf den Theaterplatz gebracht, bevor der 13:35 der letzte Flashmob statt wie geplant vorm, im Landtag durchgeführt wurde. Vor wenig anwesendem Landtagspersonal wurde dafür umso lautstarker ein Limbo von allen Beteiligten aufgeführt. Hier war das Motto „Bildungsniveau- how low can you go“, welches sich von Limbo-Aktionen begleitet auch auf der anschließenden Demo wiederfinden sollte. Für diese wurde das relativ starke Potential der Menge genutzt, die sich innerhalb weniger Minuten, mit den Mottotransparenten ausgerüstet, formierte und sich über den Theaterplatz zur Altmarktgalerie bewegte. Dort wurde vor den Augen der Sicherheitsbediensteten und einkaufenden Menschen ein Limbo aufgeführt. Danach wurde die Galerie in Richtung Prager Straße und Hauptbahnhof verlassen, bis sie nach mehreren kraftvollen Zwischeneinlagen den besetzten Potthofbau auf dem Campus erreichte. Die Polizei ließ sich erst nach Auflösung der Demo blicken und musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Trotz Dauerregens war die Demo die meiste Zeit sehr laut, entschlossen und schnell unterwegs. Unter diesen Bedingungen sind wir mit dem Ablauf der heutigen Aktionen sehr zufrieden und hoffen, dass die entpolitisierte CDU-Stadt Dresden langsam in Bewegung kommt.

In diesem Sinne- beteiligt euch an den Diskussionen im POT81, erarbeitet Forderungen für Politik und Universität, findet Lösungen und schaut über den Tellerrand der Hochschule! Bildung ist ein Menschenrecht und ohne für jeden frei zugängliche Bildung ist Demokratie eine Farce.

Quelle: Indymedia (17.11.09)

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