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Kundgebung: AsylbewerberInnen fordern dezentrale Unterbringung

AsylbewerberInnen fordern dezentrale UnterbringungFür eine dezentrale Unterbingung aller AsylbewerberInnen und geduldeten Flüchtlinge!

Heute Nachmittag fand vor dem Rathaus in Dresden eine Kundgebung der „Kampagne gegen Ausgrenzung von AsylbewerberInnen“ statt. Mit einem kleinen Straßentheater und anhand einiger Fotos wurde auf die Wohnsituation der HeimbewohnerInnen aufmerksam gemacht und an den Ort geholt, an dem das Leben der BewohnerInnen eigentlich stattfinden sollte. Die Forderung der 30 DemonstrantInnen war deutlich: „Wohnungen statt Heime!“.

AsylbewerberInnen und geduldete Flüchtlinge werden in Dresden noch immer in Heimen untergebracht. Auf 6m² Wohnraum müssen sie oft über mehrere Jahre hinweg in Mehrpersonenzimmern leben. Die ständigen Kontrollen durch die Heimleitung und der Ämter gehören für die meisten Menschen zum Alltag und führen häufig zu psychischen Problemen. Isolation und fehlende Motivation sind die Folge und machen eine Integration in die Gesellschaft kaum möglich.

Nach dem Asylverfahrensgesetz § 53 Abs. 1 ist eine Heimunterbringung jedoch nicht zwingend erforderlich, sondern hängt auch von den Belangen der betroffenen Personen und des öffentlichen Interesses ab. Es liegt also in der Eigenverantwortung der Stadt, wie die Flüchtlinge untergebracht werden. Die Stadt erhält pro AsylbewerberIn 375 Euro für Wohnung, medizinische Betreuung, Ernährung, Kleidung und Taschengeld im Monat. Eine dezentrale Unterbringung sollte durchaus im Interesse der Öffentlichkeit sein, da die Unterhaltung der Heime oftmals kostenintensiver ist, als die Unterbringung in Wohnungen. Denn billiger Wohnraum ist in Dresden zur Genüge vorhanden. Für die AsylbewerberInnen und geduldeten Flüchtlinge würde es wesentlich mehr Lebensqualität und auch eine echte Chance für Integration bedeuten, wenn sie auch ihren Wohnort selbst bestimmen könnten. Jedoch würde die Stadt ihre Kontrollmöglichkeiten verlieren, die ihnen durch die Massenunterbringung in den Heimen geboten wird, daher ist der Staat oft bereit, sich das Ganze etwas mehr kosten zu lassen. Menschenwürde und das Recht auf Selbstbestimmung spielen bei dieser Diskussion oft leider keine Rolle.

Die „Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylbewerberinnen“ fordert daher das Recht auf freie Wahl des Wohnortes auch für AsylbewerberInnen und geduldete Flüchtlinge. Dazu muss der Stadtrat einen Beschluss zur dezentralen Unterbringung fassen und in die Tat umsetzen. Nur so ist es diesen Menschen auch tatsächlich möglich, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen und erfolgreich zu integrieren.

Kommentare

  1. ich sagt:

    wie reagierten denn die stadtrats-nazis darauf?

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