Nazis | News

Mügeln/Umland (Sachsen): 3 Angriffe in 2 Nächten

Willkommen in Mittelsachsen

Nazis greifen in zwei Nächten dreimal an. Mindestens 3 Verletzte und Sachschäden.

Döbeln, Mügeln, Wurzen – Zustände im Umgang mit Nazis wie in den 90ern!
In Döbeln, 25km von Mügeln entfernt, griffen in der Nacht zu Samstag sieben Mitglieder der Division Döbeln mit Schlagstöcken und Pfefferspray zwei Menschen an. Beide mussten sich ärztlicher Behandlung unterziehen, einer blieb stationär im Krankenhaus.

In der gleichen Nacht sammelten sich ca. 40 Nazis vor dem Vereinshaus des „Vive Le Courage“ in Mügeln und griffen das Gebäude, anwesende Personen und die eintreffende Polizei mit Bierflaschen und Signalkörpern an. Team Green nahm einen Nazi in Gewahrsam, verteilte Platzverweise und verhinderte Schlimmeres. (ddp-Meldung vom 29.08.09)

In der Nacht zu Sonntag sammelten sich erneut an die 20 Nazis in Mügeln und griffen an. Diesmal wurde eine junge Frau mit Schlägen, Tritten und nazistischen Parolen bedacht.

Bereits in der Nacht zum 23. August stellte die Polizei drei Nazis vor dem Vereinshaus in Mügeln dabei, wie sie betrunken gegen die Tür des Gebäudes traten. Dabei riefen sie nazistische Parolen, beschimpften anwesende Vereinsmitglieder und zerstörten die Verglasung. (Torgauer Zeitung vom 25.08.09)

Hintergrund: Deuse und sein Mäuse

Wer sich noch an die Hetzjagd in Mügeln 2007 erinnert, der erinnert sich bestimmt ebenso an Bürgermeister Deuse und sein folgendes Interview in der „Jungen Freiheit“: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein!“ (Spiegel Online 30.08.2007)

Er ist immer noch Bürgermeister in Mügeln, und er weiß inzwischen, wie das Geschäft mit der Presse läuft. Und was er machen muss, wenn Mügeln nicht ein zweites Mal „das neue Sebnitz“ werden soll. Eine vom Verein „Vive le Courage“ geplante Antira-Woche in Mügeln sollte mit einem Abschlußkonzert auf städtischem Gelände enden. Dafür bekam der Verein von Deuse zunächst im September 2008 auch eine mündliche Zusage, der Termin wurde gar auf der website der Stadt veröffentlicht. Umso näher der Termin rückte, umso mehr kam scheinbar auch der Deuse in Wallung und sorgte mit fadenscheinigen Begründungen dafür, dass der Stadtrat keine Genehmigung für die Nutzung erteilte. So wurden spontan die Sanierung der sanitären Anlagen in Angriff genommen und das Gelände damit nicht mehr nutzbar… Im Gespräch erklärte er, dass auch Sicherheitsbedenken eine große Rolle spielen würden. (Artikel auf mut-gegen-rechte-gewalt.de)
Am Ende fand diese Veranstaltung nicht statt.

Rückfall in die 90er

Ob sich der Bürgermeister der Stadt Colditz an Deuse orientiert oder andersherum, lässt sich nur schwerlich belegen. Aber auch hier verbot die Stadt ein antirassistische Fußballturnier, das für den 22. August geplant war, mit lächerlich anmutenden Begründungen: der Zeitraum zwischen Anmeldung und Termin war zu kurz (immerhin zwei Monate!) und es würden an dem Tag nicht genügend Beamte zur Verfügung stehen. Zudem könne ja niemand sagen, dass es nicht vor oder nach der Veranstaltung zu Sachbeschädigungen durch Nazis kommmen würde… na ach! (der Bürgermeister bot den Veranstaltern des Turniers an, mit persönlichen Bürgschaften für etwaige Schäden, die im Zusammenhang zwei Wochen vor/nach dem Turnier auf dem genutzten Sportplatz entstünden, zu haften…)
Eine Kundgebung der Kampagne „Meine Stimme gegen Nazis“, die stattdessen auf dem Marktplatz stattfand, konnte derweilen dann doch von diversen Beamten begutachtet werden. Am Ende stand, dass die Teilnehmenden unter Polizeischutz aus Colditz gebracht werden mussten. Rund 20, teils betrunkene Nazis hatten sich parallel zur Veranstaltung auf dem Marktplatz gesammelt und pöbelten und drohten den Anwesenden immer wieder.

Bei der Abschlusskundgebung der Kampagne „Meine Stimme gegen Nazis“ am vergangenen Freitag in Wurzen musste erneut die Polizei für die Sicherheit der Veranstaltung sorgen. Wiederum sammelten sich Nazis in Sichtweite zur Kundgebung, unter ihnen bekannte Hooligans aus dem Fanspektrum des Fußballvereins Lok Leipzig.

Quelle: Indymedia (30.08.09)

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *