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Nachrichten vom Twittergeist

Erneut ist in Dresden ein Politiker der CDU mit negativen Äußerungen aufgefallen. Wie die Dresdner Neuesten Nachrichten berichteten, hatte sich der Stadtratspolitiker Peter Joachim Krüger über den Mikroblogging-Dienst Twitter gegenüber dem Dresdner Piraten Gregor Schäfer zum Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König mit den Worten: „…dieser widerwärtige Hetzer gehört in den Knast! Der 13. Februar soll friedliches Gedenken zum Inhalt haben“ geäußert. Gegenüber der Zeitung widersprach der Vize-Vorsitzende der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat der Darstellung, dass die mittlerweile gelöschte Nachricht von ihm gewesen sei. Stattdessen soll einer seiner Mitarbeiter „ohne Rückfrage“ die Nachricht aus seinem mit einem Passwort geschützten Account veröffentlicht haben. Er selbst „kämpfe nicht mit der Keule, sondern mit dem Florett“. Den derzeit vor dem Amtsgericht laufenden Prozess gegen König bezeichnete er dennoch als rechtmäßig.

Twittermeldung von Peter Joachim Krüger (Quelle: twitter.com/pjk13091960)

Krüger war bereits in der Vergangenheit mit negativen Wortbeiträgen aufgefallen. Vor gut einem halben Jahr hatte er das Motiv eines im Szene- und Partyviertel Äußere Neustadt aufgenommenen Fotos als Beispiel für „Dreck und Verwahrlosung“ bezeichnet. Schon damals reagierte er umgehend auf die anhaltende Netzkritik an seiner Einschätzung und entfernte seinen Beitrag aus dem Internet. Obwohl sich der CDU-Politiker wenig später bei einem abendlichen Rundgang vom Gegenteil überzeugen konnte, scheint sich Monate nach seiner ersten Entgleisung an seinem Verhalten im Umgang mit neuen Medien noch immer nichts verändert zu haben. Ob dem Politiker jetzt ein Verfahren wegen Beleidigung droht, stand zur Stunde noch aus. Auf eine telefonische Nachfrage des Neuen Deutschlands reagierte er jedenfalls schroff und legte einfach auf. Manchmal scheint Public Relations in der Dresdner CDU glücklicherweise noch immer ein Fremdwort zu sein.

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