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Prozessauftakt gegen 5 Neonazis unter rechtsextremer Audienz

Am Amtsgericht Chemnitz wurde heute das Verfahren gegen fünf Neonazis eröffnet, die am 17.07.2008 auf ihrem rechtsextremen Streifzug in Rochlitz gewalttätige Übergriffe begingen.

Der Plan, welche Ziele anzugreifen wären, wurde in Mittweida am Schwanenteich gefasst. Nachdem sie sich u. a. mit Sturmmasken, Handschuhen, Eisenstangen und Reizgas versorgten, steuerten die Neonazis von hier aus zunächst den Rochlitzer Punkertreff „Schmiede“ an und setzten diesen mittels Molotowcocktails in Brand. Danach fuhren sie gezielt zur Wohnung eines Rochlitzer Punks, verschafften sich gewaltvoll Eintritt und griffen ihn sowie seine Gäste mit Zaunslatten und CS-Gas an.

Während der Verhandlung konnten die aus Mittweida (3), Geringswalde und Frankenberg stammenden Angeklagten auf starke Unterstützung aus ihren Reihen zählen. Das Publikum im Gerichtssaal war rechtsextrem dominiert, so zeigte auch Tom W., der vermeintliche Rädelsführer der verbotenen Neonazikameradschaft „Sturm 34“, Präsenz in der Zuschauerreihe.

Aus Sicht der Opferberatung ist es erfreulich, dass das Gerichtsverfahren zügig nach den Übergriffen eröffnet werden konnte. Unverständlich bleibt aber, dass rechtsextremen Sympathisanten der Angeklagten, die durch ihre Kleidung unverhohlen ihre Gesinnung zum Ausdruck bringen, der Zutritt zur Verhandlung unkritisch gewährt wird. Rechtsextreme Ideologie darf, auch in Form der rechtsextremen Modemarke „Thor Steinar“ im Gerichtssaal nicht geduldet werden.“

Die Verhandlung wird am 03. Februar 2009, 8.15 Uhr fortgesetzt.

Quelle: RAA Sachsen (28.01.09)

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