Antifa

Der 13. Februar wirft seine Schatten voraus

Obwohl es von Seiten der lokalen Naziszene um den umtriebigen Radeburger Simon Richter bisher immer noch ruhig geblieben ist und der Anmelder der vergangenen Jahre, das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ (AgV), bisher nur Vortragsabende veranstaltet hat, macht die Mobilisierung der Gegenseite erkennbar, dass auch im neuen Jahr am 13. Februar mit Blockaden zu rechnen sein muss. Nachdem das Bündnis „Dresden Nazifrei“ bereits im Dezember gemeinsam mit etlichen Prominenten auch für 2013 dazu aufgerufen hatte, „Nicht lange [zu] fackeln“ und Nazis erneut blockieren, folgte nur wenige Tage später der Aufruf der Arbeitsgruppe 13. Februar, welche mit „Mut, Respekt und Toleranz“ Farbe bekennen will. Dazu wurden sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Gäste der Stadt aufgerufen, sich wie schon in den letzten Jahren am 13. Februar um 18 Uhr an einer mehrere Kilometer langen symbolischen Menschenkette um die Dresdner Altstadt zu beteiligen. Der von allen Stadtratsfraktionen und zahlreichen Dresdner Vereinen und Initiativen getragene Aufruf setzt sich nicht nur für „Respekt vor der Menschenwürde Anderer“, sondern auch gegen „Alltagsrassismus und nationalsozialistisches Gedankengut“ ein.

Ende Dezember folgte schließlich der Startschuss der Kampagne: „13|02 KEINE RUHE! Jeden Opfermythos dekonstruieren – Nazis stoppen“, welche sich ebenfalls die Verhinderung des Aufmarsches zum Ziel gesetzt hat. In ihrem Aufruf kritisieren sie das Gedenken in der Stadt als revisionistisch und sehen in dem „Mythos einer unschuldigen Stadt“ die Möglichkeit für Nazis, daran anzuknüpfen. Dessen ungeachtet verweisen sie auch auf den Erfolg der letzten Jahre, als trotz oder gerade wegen der „massiven Repression“ und den besonderen sächsischen Verhältnissen in den vergangenen Jahren tausende Menschen mit dem Ziel nach Dresden gekommen waren, die geplanten rechten Aufmärsche tausender Nazis aus dem In- und Ausland zu verhindern. Neben den Veranstaltungen am 13. Februar hat der Studentenrat als Vertreter der Studierendenschaft der TU Dresden gemeinsam mit der Hochschule für bildende Künste (HfbK) vom 9. Januar bis 6. Februar eine Veranstaltungsreihe an der Universität vorbereitet, in der sich mit den verschiedenen Perspektiven und unterschiedlichen Ansätzen des Tages auseinandergesetzt werden soll. Fünf der insgesamt sechs Veranstaltungen finden jeden Mittwoch von 18.30 – 20.00 Uhr im Raum 103 des Hörsaalzentrums statt.

Aktuell liegen der Stadt für den Tag selbst nur vier Anmeldungen vor, neben der Menschenkette und dem rechten Aufmarsch, bei dem in diesem Jahr mit rund 1.000 Nazis gerechnet wird, wurde bisher erst eine Kundgebung der Dresdner Grünen und der vom Verein Sachsen-Marathon organisierte mittlerweile schon 16. „Friedenslauf“ von der Innenstadt zum Heidefriedhof angemeldet. Am Abend soll dann in der Frauenkirche wie in jedem Jahr eine traditionelle Andacht unter dem Motto „Brücken bauen – Versöhnung leben“ stattfinden. In den Wochenenden vor und nach dem 13. Februar lagen der Stadt bis zum heutigen Tag keine weiteren Anmeldungen vor.

Kommentare

  1. Für ein würdiges Gedenken an Take That!

    Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald, Jason Orange und Robbie Williams – das waren unsere Lieblinge, das waren Take That. 1990 gegründet schafften sie 1993 mit der Single Pray (Album: Everything Changes) den endgültigen Durchbruch. Weitere bekannte Songs sind Titel wie Back for Good (Number One Hit in 31 Ländern), Patience und Shine oder auch Covers wie How Deep Is Your Love, oder Could It Be Magic.

    Am 13. Febuar des Jahres 1996 gaben Take That (dt.: Nimm Das) der Presse ihre Trennung bekannt, nachdem Robbie Williams bereits am 17. Juli 1995 die Band verlassen hatte. Damit brach für uns eine Welt zusammen: Tausende Teenager hegten Suizidgedanken (die Stadt Berlin richtete eigens ein Sorgentelefon ein), unzählige setzten diese auch in die Tat um. Die meisten jüngeren Leute können sich heute gar nicht mehr vorstellen, WIE schrecklich das war.

    Der 13. Februar als Gedenktag wird seit Jahren von Nazis und anderen Bürgern Dresdens (Sachsen) für ihre Zwecke missbraucht. Es gibt Demonstrationen, Menschenketten und vieles mehr – jedoch geht es immer nur um Eines: das Gedenken an die Toten eines selbstverschuldeten Fliegerangriffs. Für das Schicksal der tatsächlich unschuldigen Take-That-Fans interessiert sich die Öffentlichkeit dagegen nicht. Inmitten des Dresdner Spektakels ist kein Platz für unsere Tränen, unsere Erinnerungen und unsere stille Trauer.

    Die traumatischen Ereignisse um die zerstörte Band werden immer wieder relativiert, meist sogar völlig verdrängt. Zu allem Übel wird auch noch Großbritannien, das Heimatland der 5 Boys, an diesem Tag in Dresden regelrecht mit Dreck beworfen. Warum gibt es kein offizielles Gedenken? Warum gibt es in ganz Deutschland kein einziges Mahnmal für die zahllosen Toten? Warum zählt unser Leid weniger als das anderer?

    Das alles ist für uns Fans und Trauernde eine Unverschämtheit und eine Verhöhnung der Opfer des 13. Februar!

    Wir wollen…
    ENDLICH EIN WÜRDIGES GEDENKEN!
    Schluss mit dem Verdrängen und Totschweigen!
    Schluss mit der Vereinnahmung und dem Missbrauch des Gedenktages!
    Ein Mahnmal für die Opfer der Band-Auflösung!
    Gedenkveranstaltungen in allen großen Städten am 13. Februar!

    neverforget.blogsport.de

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