Antifa

Auch im kommenden Jahr: „Nicht lange fackeln – Nazis blockieren!“

Nach der zweitägigen Aktivierungskonferenz im Oktober hat das Bündnis „Dresden-Nazifrei“ am Donnerstag ihre Kampagne für das kommende Jahr vorgestellt. Unter dem Motto: „Nicht lange fackeln – Nazis blockieren!“ soll auch im nächsten Jahr wieder der für den 13. Februar angemeldete Naziaufmarsch in Erinnerung an die Zerstörung von Teilen der Stadt mit Blockaden verhindert werden. Da die Initiatoren damit rechnen, dass die bundesweite Mobilisierung spätestens nach der großen Antifademonstration gegen den abgesagten Nazigroßaufmarsch am 18. Februar deutlich geringer ausfallen wird, rufen sie alle Dresdnerinnen und Dresdner dazu auf, gemeinsam gegen Rassismus und Geschichtsrevisionismus auf die Straße zu gehen und sich den Nazis entgegenzustellen.

Erst im November war das Bündnis für seine Arbeit mit dem Förderpreis für Sächsische Demokratie ausgezeichnet worden, in seiner Begründung verwies Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) auf den „schwierigen Lernprozess“ für die sächsische Polizei und Justiz im Umgang mit zivilem Ungehorsam. Gerade in Dresden bedeutete das für viele der an den Protesten beteiligten Menschen strafrechtliche Ermittlungen wegen der Beteiligung an den friedlichen und gewaltlosen Sitzblockaden. Die Repression erreichte 2011 ihren vorläufigen Höhepunkt, als knapp eine Millionen Verbindungsdaten von Mobiltelefonen abgefragt und mehrere zehntausend Bürgerinnen und Bürger daraus ermittelt worden waren. Davon unbeeindruckt, schaffte es das Bündnis auch dieses Jahr den Aufmarsch am Rande der Innenstadt in eine Lachnummer zu verwandeln. Den Aufruf für das kommende Jahr haben mittlerweile rund 120 Partei- und Gewerkschaftsmitglieder, Kulturschaffende und Einzelpersonen unterzeichnet.

Heute findet um 14 Uhr eine erste Kundgebung in der Nähe der Altmarktgalerie statt. Außerdem sollen in den kommenden Wochen weitere Infoveranstaltungen und Solipartys in zahlreichen Städten folgen. Das Bündnis erwartet am 13. Februar 2013 dennoch wieder bis zu 1.500 Nazis, die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen werden.

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