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Diebstahl- oder Rassismusproblem? (Update 28.01.)

Einem Artikel der Sächsischen Zeitung zufolge hat die im September unter großem Tamtam neu eröffnete Centrum-Galerie mit einem Problem zu kämpfen. Das Problem sind oder besser waren „hauptsächlich Nordafrikaner und Osteuropäer“, die in den Wochen des Weihnachtsgeschäfts für „einen heftigen Anstieg bei der Bandenkriminalität“ gesorgt haben. Dabei sollen nach Angaben der ehemaligen Center Managerin Antje Arnold auch „Messer und Waffen gezeigt“ worden sein.

Dumm nur, dass nicht einmal die Polizei bisher etwas von den bewaffneten Raubzügen weiß. Die Geschäftsleitung des 290 Millionen Euro teuren Tempels reagierte umgehend und verdoppelte das wahrscheinlich weiße und deutsche Sicherheitspersonal und siehe da, seitdem hätten die „Überfälle umgehend aufgehört“.

Wahrscheinlich sucht auch die Leitung der Centrum-Galerie nach den negativen Konsumprognosen für das kommende Jahr nur schon jetzt nach Entschuldigungen, um die Schuld für die aktuellen Wirtschaftsprobleme in den Teilen der Gesellschaft zu finden, die nicht die Möglichkeit haben, sich zu wehren. Spätestens das hat in Sachsen bekanntlich immer schon am besten funktioniert.

(Update 28.01.10)

Wie die Sächsische Zeitung am Mittwoch berichtete, wurde Anfang Januar in ein Asia-Lokal in der Centrum-Galerie eingebrochen. Die Täter stahlen nicht nur die Kasse und die Technik, sondern hinterließen am Tatort auch rassistische Parole. Die SZ würdigte diesem Fakt jedoch nur mit einem kleinen Absatz am Ende des Artikels, wo sie Tage zuvor noch an gleicher Stelle über die Bandenkriminalität von „hauptsächlich Nordafrikanern und Osteuropäern“ wetterte. Vielleicht ist es Zeit, von den Leserinnen und Lesern der größten sächsischen Tageszeitung mehr journalistische Qualität einzufordern.

Kommentare

  1. john sagt:

    mich würde ernsthaft interessieren, was es da von eurer seite zu verteidigen gibt. ausländer immer gut, oder wie?

    ich habe vor weihnachten selbst erlebt, wie grüppchen von „osteuropäern“ vor dem centrum herumlungerten und sich vermeintliche opfer gesucht haben. die haben sie dann in gespräche verwickelt und sind zügig zum punkt gekommen: kohle raus oder … (messer war zu sehen).

    nehmt mal eure ideologische brille ab, mißstände sind anzusprechen, bitte.

  2. Demokrat sagt:

    Genau, und das erkennst Du aus 20 Metern Luftlinie. Diebstahl und Raubüberfälle sind sicherlich ein Problem für manche Menschen. Aber genau darum geht es in dem Artikel auch nicht, vielmehr um die Tatsache, dass die mutmaßlichen Täter Ausländer gewesen sein sollen. Und das ist schlichtweg eine Behauptung, die durch nichts belegt werden kann.

  3. Mensch aus dd sagt:

    Ach demokrat, kannst du aus 20m nicht eine gruppe einschätzen, tut das auch nichts zur sache…
    der artikel unterstellt rassismus und vorsätzlichkeit
    ( „Wahrscheinlich sucht auch die Leitung der Centrum-Galerie nach den negativen Konsumprognosen für das kommende Jahr nur schon jetzt nach Entschuldigungen“)…
    wie lächerlich ist das denn??!!
    „Geschäftsleitung des 290 Millionen Euro teuren Tempels reagierte umgehend und verdoppelte das wahrscheinlich weiße und deutsche Sicherheitspersonal“
    polemisch, dumm und ein kindischer antira-reflex!

  4. Ich sagt:

    Interessant wäre auf jeden Fall einmal, was „john“ denn dann eigentlich immer so getan hat, unmittelbar nachdem er mehrmals Zeuge eines Raubes gewesen ist?

  5. john sagt:

    also, nochmals zur klarstellung: es gab keinen offenen raub, aber den versuch der einschüchterung.

    im ersten fall sollte ich das opfer sein. ein typ löste sich aus einer gruppe und lief neben mir her und wollte kohle. als ich ihn ansah, zeigte er mir unter der jacke ein messer. versteckt natürlich. ich habe ihm dann zu verstehen gegeben, daß er das opfer sein wird, wenn er was versuchen sollte. dann ist er abgezogen.

    als ich auf dem rückweg wieder an der stelle vorbei ging, war der typ an jemand anderem dran und bequatschte ihn. ich nehme mal an, mit derselben masche. ich habe dem damals keine große bedeutung beigemessen und dachte, der soll mal an den falschen geraten, dann hat das schnell ein ende.

    erst, als ich das hier gelesen hatte, fiel mir die sache wieder ein. und da das anscheinend einigermaßen organisiert abgelaufen ist, erlaube ich mir, die sache zu verurteilen, so einfach ist das. daraus ein rassismusproblem zu konstruieren, ist völlig absurd.

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