Alternative Dresden News

Solidarische Berichterstattung aus Dresden.

Nazis | News

Der Nachwuchs in Mittweida

8. Januar 2010 - 01:08 Uhr

Von André Seitz

Der öffentliche Raum in und um Mittweida wird von Nazipropaganda dominiert. Bushaltestellen und Verkehrsschildpfosten sind mit Stickern mit der Aufschrift »Gegen den Zerfall unseres Volkes«, mit Schlagringmotiven und Slogans wie »A.C.A.B. Cops better run« bepflastert, alte Naziaufkleber verblassen in der Sonne, neue kleben darüber. In der Stadt findet sich an vielen Stellen das Kürzel »ANSMS« für »Autonome Nationalsozialisten Mittelsachsen« als Graffito.

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Freiräume | Kultur | News

Praha by Bus

6. Januar 2010 - 19:14 Uhr

„Kafka, Karlsbrücke, Kiffen“ titelte heute die Tagesschau und hat damit gar nicht so unrecht. Seit dem 1. Januar gilt in Tschechien das wahrscheinlich liberalste Drogengesetz Europas. Die zulässigen Höchstmengen für Marihuana wurden auf 15 Gramm festgelegt, auch der Besitz harter Drogen wie Heroin ist seit dem Jahreswechsel im nur wenige Kilometer entfernten Nachbarland in geringen Mengen erlaubt. Im überarbeiteten Gesetz der konservativen Regierung geht es vor allem um „Rechtssicherheit“, so der Leiter der tschechischen Anti-Drogen-Behörde Jakub Frydrych. Justizministerin Daniela Kovarova erläuterte, dass sich bei der Neuregelung vor allem an bestehenden Gerichtsurteilen orientiert wurde. Auch der Anbau von Marihuana wurde zum Teil legalisiert, wer fünf der Pflanzen in seinem Garten stehen hat, muss jetzt auch offiziell nicht mehr mit einer Strafverfolgung rechnen.

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Kultur

Rodelplätze in Dresden

5. Januar 2010 - 11:02 Uhr

Die Witterungsbedingungen sind ideal, ein Schlitten schnell besorgt und die Kosten überschaubar. Wer den Drang verspürt und einmal den Hang herunterrasen will, demder sei an dieser Stelle die sehr umfangreiche Übersicht auf der Internetseite von DD4Kids empfohlen. Die meisten der Orte sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und einem kurzen Fußweg erreichbar.

Der beliebteste Berg der Dresdnerinnen und Dresdner ist der 311,1 Meter hohe Hutberg bei Weißig im Schönfelder Hochland. Der Berg kann auf eine lange Rodeltradition zurückgreifen, bereits 1908 wurde auf dem Hutberg der erste beleuchtete Rodelhang eingerichtet.

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Kultur | News

07.01.2010 Buchvorstellung und Diskussion

5. Januar 2010 - 09:00 Uhr

Irrsinn der Normalität. Aspekte der Reartikulation des deutschen Nationalismus

Wann? 7. Januar 2010, 20.00 Uhr
Wo? AZ Conni Dresden
Wer? VertreterIn der Projektgruppe Nationalismuskritik (Frankfurt am Main)

Das öffentliche, im wörtlichen Sinne unverschämte Bekenntnis zur Nation ist mit dem Sommer 2006 Normalität geworden – und damit auch ein mehr oder weniger neuer deutscher Nationalismus. Die Männer-Fußball-WM stellt nicht zuletzt den Kulminationspunkt eines langen Prozesses der Umwidmung der Bonner zur Berliner Republik dar. Wurde die WM auch als Ausnahmezustand, als Sprung aus dem faden Alltag erfahren, so war doch Normalität ihr Dreh- und Angelpunkt: Die Normalität Deutschlands, die Normalität des Bekenntnisses zur Nation, die Normalität des deutschen Alltags.

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Nazis | News

Thor Steinar Datenbank gehackt

4. Januar 2010 - 15:14 Uhr - Eine Ergänzung

Wie schon im vergangenen Jahr wurde auf dem 26. Chaos Communication Congress des CCC im Berliner Kongresszentrum wiederholt die rechte Szene Ziel von Hacker-Aktivitäten. In der letzten Woche des Jahres wurde neben einem rechten Flirtportal in diesem Jahr auch die deutsche Internetseite von Thor Steinar gehackt. In beiden Fällen kursieren seitdem die Datenbanken mit Adressen und Namen der Bestellerinnen und Besteller in den Weiten des Netzes. Vielleicht sind ja auch eure Nachbarn darunter?

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Nazis | News

Outingaktion in der Leipziger Vorstadt

3. Januar 2010 - 20:42 Uhr - 2 Ergänzungen

In der Rudolfstraße 22 in der Leipziger Vorstadt wohnt seit geraumer Zeit kein geringerer als der NPD Mitarbeiter des Landtags Olaf Rose. Der 51jährige Germanist und promovierte Historiker tritt vor allem als Autor und Vortragsredner im geschichtsrevisionistischen und rechten Spektrum in Erscheinung. Bekannt geworden ist er mit seiner 2004 veröffentlichten Dokumentation „Geheimakte Heß“. Darin wird der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill für den zweiten Weltkrieg verantwortlich gemacht und den Alliierten der Mord an Hitler Stellvertreter Rudolf Heß vorgeworfen. Die dem Film zugrundeliegenden Thesen im Heß-Buch des Verschwörungstheoretikers Martin Allen beruhen auf gefälschten Papieren im britischen Nationalarchiv.

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Nazis | News

Quizrunde zu Weihnachten

26. Dezember 2009 - 18:02 Uhr

Genau das richtige für eine freie Minute zwischen den Weihnachtsfeierlichkeiten mit der Familie oder Freunden findet ihr auf der Internetseite der Initiative für ein neues NPD-Verbotsverfahren. Im ersten Quiz geht es um wissenswerte Informationen zu so genannten „V-Leuten“ staatlicher Organe in der NPD. Ein erstes Verbotsverfahren gegen die NPD war im März 2003 vom Bundesverfassungsgericht eingestellt worden, nachdem bekannt geworden war, dass die NPD in wichtigen Positionen mit V-Leuten des Verfassungsschutzes besetzt gewesen war. Seit nunmehr zwei Jahren versucht die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BDA) mit ihrer Initiative politische und gesellschaftliche Entscheidungsträger für einen erneuten Versuch zu sensibilisieren. Im September 2009 kündigte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein neues Verbotsverfahrens in Zusammenarbeit mit den Ministerpräsidenten der SPD-regierten Bundesländer an.

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Antifa | Kultur | News

28.12.2009 Disco-Dance-Soliparty

25. Dezember 2009 - 11:26 Uhr

Wann? 28. Dezember 2009, 21.00 Uhr
Wo? AZ Conni Dresden

Das Gedenken in seinem Lauf hält weder Ochs‘ noch Esel auf. Kaum treffender kann die Entwicklung des alljährlichen Gedenkrituals anlässlich der Bombardierung Dresdens 1945 kommentiert werden, denn das Gedenken befindet sich immer in Bewegung, nur etwas wirklich Gutes kommt dabei eben nicht heraus. Im nächsten Jahr wird sich das unter anderem im zeitnah in Kraft tretenden neuen Sächsischen Versammlungsgesetz bestätigen. Das Abgrenzungsbedürfnis gegenüber „extremistischen Instrumentalisierungen“ hat dann auch einen gesetzlichen Rahmen, in dem sowohl jegliche Kritik als auch der Naziaufmarsch aus der Altstadt verbannt werden sollen. Und dennoch: im Kern des Gedenkens, und zwar sowohl dem der Nazis, als auch dem von Bürger_innen, Kirchen und Stadt, bleibt der emphatische Bezug auf die Bevölkerung einer nationalsozialistischen Stadt, auf sogenannte deutsche Opfer, bestehen. Das können und wollen wir nicht hinnehmen und werden auch 2010 jedweden Geschichtsrevisionismus mit unserer entschlossenen Kritik konfrontieren. Wer also diese Kritik teilt, den Vorbereitungskreis „Keine Versöhnung mit Deutschland“ dabei unterstützen will oder einfach Lust zu tanzen hat, sollte sich diese Party nicht entgehen lassen!

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Kultur | News

Ein Stargast für die Zwingerfestspiele

23. Dezember 2009 - 11:21 Uhr

Eine der Hauptrollen in den ab Sommer 2010 geplanten Zwingerfestspielen in Dresden will Fernsehregisseur Dieter Wedel mit dem nicht mehr ganz taufrischen 106jährigen Johannes Heesters besetzen. Seit seinem Engagement im benachbarten Deutschen Reich boykottiert das niederländische Publikum den in Deutschland beliebten Schauspieler und Sänger. Heesters wird vorgeworfen, im Nationalsozialismus mit den Nazis kollaboriert zu haben. Bei einem Besuch im Konzentrationslager Dachau im Frühjahr 1941, soll er nach Zeugenaussagen eines ehemaligen Häftlings zur Unterhaltung der Wachmannschaft aufgetreten sein. Eine Gerichtsverhandlung über die Hintergründe konnte den Vorwurf im vergangenen Jahr nicht zweifelsfrei entkräften. Der Illustrierten „Bunte“ gegenüber erklärte Heesters daraufhin, dass er „alle Fragen zu dieser unglückseligen Zeit [..] künftig nie mehr beantworten“ werde. Politik habe ihn sowohl damals, als auch heute nicht interessiert. Genau der richtige Mann sozusagen für ein Kulturevent der Superlative in Dresden.

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News | Soziales

Allein unter Obdachlosen

20. Dezember 2009 - 15:39 Uhr - Eine Ergänzung

Wer zum Abschluss des Jahres noch einmal Lust verspürt, hinter die Fassade der Glitzerwelt zu schauen und etwas Zeit mitbringt, dem/der sei die folgende Reportage über Obdachlosigkeit in Deutschland ans Herz gelegt. Der erfolgreiche Buchautor und Journalist Günter Wallraff war für die Dreharbeiten mehrere Wochen im Westen der Republik als Obdachloser unterwegs und dokumentierte mit versteckter Kamera den Umgang mit Menschen am Rand unserer Gesellschaft. Er zeigt die miserablen Zustände der Notunterkünfte in den für Obdachlose besonders schwierigen Wintermonaten, aber auch die fehlende qualifizierte Betreuung der Menschen, die oft von einem Tag auf den anderen in ihre ausweglose Situation gekommen sind und keine Möglichkeit mehr sehen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

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