Alternative Dresden News

Solidarische Berichterstattung aus Dresden.

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Sachsen: Mehr als 1300 Verletzte durch rechte Schläger – “Kein Konzept der Regierung”

6. Mai 2009 - 13:41 Uhr

Gut besucht war nach Angaben der Linksfraktion im Sächsischen Landtag am 5. Mai 2009 eine Expertenanhörung zur Großen Anfrage “Die extreme Rechte in Sachsen und gesellschaftliche Strategien zu deren Zurückdrängung”. Kerstin Köditz, Sprecherin der Linksfraktion für antifaschistische Politik, stellte die Anfrage zu Beginn der Veranstaltung vor. Zu den Antworten der Staatsregierung referierten und diskutierten die Fachleute Werner Treß (Uni Potsdam), Petra Schickert (Mobiles Beratungsteam Pirna), Andreas Speit (Publizist) und der Soziologe Alexander Fichtner.

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Prozess gegen rechte Schläger

5. Mai 2009 - 21:08 Uhr

Am Morgen des 04. Mai 2009 stellte das Dresdner Amtsgericht unter Vorsitz der Richterin Keeve ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen zwei junge Männer und eine junge Frau ein. Die drei sollen im November 2004 an einem Überfall auf den Dresdner World-Studentenklub beteiligt gewesen sein.

In der Nacht vom 16. zum 17.11.2004 fand im Dresdner Studentenklub „World“ wie so oft eine Party internationaler Studierender statt. Der Klub ist für seine internationale Ausrichtung bekannt und wird überwiegend von Studierenden genutzt, die nicht aus Deutschland stammen. Gegen 1.30 Uhr sollte die Feier jedoch ein trauriges Ende finden. Etwa 20 jugendliche „Dynamo-Fans“ machten sich auf den Weg, um „Ausländer zu klatschen“, wie einer der Beschuldigten später bei der Polizei aussagen wird.

Im Studentenklub fand die Gruppe, wonach sie gesucht hatte. Einzelne Personen provozieren einen Streit und die Lage eskaliert. Gemeinschaftlich gehen die TäterInnen auf die Partygäste los. Ein Teil der Angreifer hat sich dazu vermummt. Dabei brüllen sie immer wieder „Ausländer raus“ und „Dynamo“. Mindestens zwei ausländischen Studierenden wird eine Flasche über den Kopf geschlagen, andere werden mit Faustschlägen ins Gesicht und auf den Oberkörper traktiert. Ein Betroffener wird ohnmächtig, erleidet eine Schädelprellung und eine schwere Kopfplatzwunde. Mindestens zwei weitere müssen ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Um 1.36 Uhr erhält die Polizei einen Notruf. Ein bulgarischer Student berichtet später, dass er die Beamten am Telefon regelrecht anbetteln musste, damit sie zum Tatort kommen. Um 1.53 Uhr traf die Polizei ein. Die TäterInnen waren inzwischen verschwunden. Trotzdem konnten noch in derselben Nacht zwei Tatverdächtige gefunden werden.

Die Sächsische Zeitung berichtete zwei Tage später von „Randale im Studentenklub“ und stellte den rassistischen Angriff als scheinbar unpolitische „Auseinandersetzung in einem Studentenklub“ dar. Dem schloss sich die zuständige Richterin Keeve an. Nach fast 3 Jahren mehr oder weniger ergebnisloser Ermittlungsarbeit landete der Vorfall beim Dresdner Amtsgericht. Mehr als 4 ½ Jahre nach dem Vorfall wurde ein erster Prozesstermin anberaumt.

Angeklagt waren Paul Oehme (geb. 1988), Uwe Kastler (geb. 1984) und Miriam Hamann (geb. 1987). Letztere soll einem bulgarischen Studenten eine Flasche über dem Kopf zerschlagen haben, so dass dieser mit einer Schnittwunde ohnmächtig wurde. Uwe Kastler soll einen anderen Partygast mit Faustschlägen ins Gesicht bearbeitet haben. Kastler war in der Vergangenheit bereits wegen einer anderen Körperverletzung angeklagt. Eine fremdenfeindliche Motivation für die gemeinschaftliche Gewalttat wollte Richterin Keeve nicht erkennen, obwohl sie anerkannte, dass keines der Opfer eine deutsche Staatsangehörigkeit hatte. Stattdessen behandelte sie die ganze Angelegenheit wie eine herkömmliche Wirtshausschlägerei. Dass eines der Opfer auf Grund der Verletzungen ein Semester lang sein Studium aussetzen musste fand keinerlei Beachtung.

Auf Antrag des Verteidigers des Angeklagten Kastler fand direkt nach Prozesseröffnung ein Rechtsgespräch statt. Richterin, Staatsanwalt, Jugendgerichtshilfe und Nebenklage einigten sich auf eine vorläufige Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen.

Alle drei Angeklagten waren geständig, räumten ihre Taten ein und entschuldigten sich merklich aufgesetzt bei einem anwesenden Opfer, u.a. mit den Worten „Tut mir leid. Kommt nicht wieder vor.“ Uwe Kastler muss 250 Euro zahlen, Paul Oehme muss binnen 3 Monaten 50 Arbeitsstunden gemeinnütziger Arbeit ableisten und Miriam Hamann bekommt für ihren Schlag mit einer Flasche auf den Kopf ihres Opfers eine gemeinnützige Arbeit von 50 Stunden in einer sozialen Einrichtung, in welcher sie ihr ein Jahr altes Kind mitnehmen darf.

Ein härteres Urteil zu fordern wäre ein halbes Jahrzehnt nach der Tat autoritär und vermessen. Wer Rechtsstaatlichkeit fordert, der/die sollte auch anerkennen, dass sich Menschen über einen Zeitraum von fast 5 Jahren ändern und dass es unmöglich erscheint nach so langer Zeit ein Urteil zu sprechen, welches auf Grund seiner vermeintlichen Härte einem der Opfer irgendwie hilft. Trotzdem zeigt dieser Fall sehr deutlich, wie in Sachsen mit rassistischer Gewalt umgegangen wird. Einzelne Regionalzeitungen behandeln rassistische Übergriffe nach wie vor als Schlägerei zwischen Jugendlichen. Die Polizei muss zum Tatort gebettelt werden, um anschließend schlampig zu ermitteln. Staatsanwaltschaft und Gericht brauchen mehrere Jahre um einen Prozesstermin zu finden. Am Ende werden die TäterInnen auf Grund der langen Zeit die seit der Tat vergangen ist oder auf Grund der schlechten Ermittlungsarbeit der Polizei laufen gelassen. – Egal wo der Fehler liegt, ob nun bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft, dem Gericht oder dem Wetter. Klar ist, dass es absolut unverständlich bleibt, wie es sein kann, dass rassistische Schläger erst ein halbes Jahrzehnt nach ihrer Tat und der Ermittlung ihrer Personalien vor Gericht stehen.

Quelle: Indymedia (04.05.09)

Weitere Informationen: Naziübergriff auf Studentenklub Dresden


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Bundesländer stellen Dokumentation vor: “Die NPD bekämpft aktiv die Verfassungsordnung”

4. Mai 2009 - 19:03 Uhr

Innensenatoren und Innenminister aus mehreren Ländern haben in Berlin eine umfangreiche Dokumentation über die NPD vorgestellt. Diese soll die Verfassungsfeindlichkeit der rechtsextremen Partei belegen – ohne Informationen und Aussagen von V-Männern. So wollen die SPD-Politiker ein erneutes Verbotsverfahren anstoßen.

Von Patrick Gensing, zuerst veröffentlicht bei tagesschau.de

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Dresden: Erneuter Angriff auf den Laden „Eastyle“

30. April 2009 - 21:43 Uhr - Eine Ergänzung

Naziladen "Eaststyle" in der ReitbahnstraßeUnbekannte haben in der Nacht auf 29. April erneut die Scheiben des Ladens „Eastyle“ in der Reitbahnstraße 35 beschädigt. Am Mittwochmorgen wurden einem Polizeibericht zufolge, die Schaufensterscheiben beschädigt und Pyrotechnik gezündet. Im Laden werden neben normalen Modeartikeln auch Marken verkauft, welche bei Neonazis beliebt sind. Schon im Dezember vergangenen Jahres wurde der Naziladen von Unbekannten angegriffen.

Einen Tag später wurde das Wohnhaus des Stadtratkandidaten des „Nationalen Bündnis Dresden“ Frithjof Richter mit Farbbeuteln beworfen. Richter tritt als Spitzenkandidat zur Stadtratswahl im Wahlkreis Blasewitz an, wo sich auch seine Wohnung befindet.


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1. Mai 2009: Nazidemonstration in Dresden (Update 30.04.)

28. April 2009 - 23:00 Uhr - 4 Ergänzungen

Wer herausfinden will, was Heuschrecken mit Kapitalismus zu tun haben sollen, derdie sollte sich den 1. Mai schon einmal rot im Kalender anstreichen. Dann nämlich will das Nationale Bündnis Dresden um 11 Uhr auf dem Postplatz zum Sturm auf den Kapitalismus blasen, um die „Heimische Wirtschaft und Arbeitsplätze [zu] schützen – Finanzheuschrecken bekämpfen“.

(Update 17.04.09)

Der Naziaufmarsch am 1. Mai wird nicht wie angekündigt am Postplatz beginnen, sondern wie schon am 13. und 14. Februar in diesem Jahr am Hauptbahnhof. Mittlerweile gibt es einen Aufruf zu antifaschistischen Gegenaktivitäten. Wir halten euch auf dem laufenden.

(Update 28.04.09)

Der Treffpunkt für die Antifakundgebung ist am 1. Mai ist um 10.30 Uhr der Dr.-Külz-Ring. Ein Infotelefon wird auch geschaltet sein, die Nummer dafür ist: 0152 – 29745031.

(Update 29.04.09)

Aus einem Artikel in der Sächsischen Zeitung geht hervor, dass es wie auch am 14. Februar in diesem Jahr weit entfernt von der eigentlich Naziroute auch von zivilgesellschaftlicher Seite Aktionen geben wird. So lädt der Wohltätigkeitsverein Dresdner Tafel zwischen 9 und 10 Uhr an der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses als Zeichen des Protestes zu einem für alle Menschen offenen „Demokratiefrühstück“ ein. Um 9 Uhr ist außerdem ein Demonstrationszug vom Albertplatz am Rande der Äußeren Neustadt zum Schlossplatz geplant, auf dem wie schon in den vergangenen Jahren die traditionelle Maikundgebung der Gewerkschaften und Parteien stattfinden wird.

(Update 30.04.09)

Die zentrale Demonstration der sogenannten „Freien Kräfte“, welche in Hannover stattfinden sollte, wurde heute vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe untersagt. Somit können die Nazis vor der Versammlung keine weiteren Rechtsmittel einlegen. Aus diesem Grund haben sächsische Nazis eine Demonstration in Freiberg bei Dresden angemeldet. Unter dem Motto „Zukunft statt Kapitalismus – Freiheit statt BRD“ soll die Demo um 12.30 Uhr am Bahnhof in Freiberg starten.


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Rechte Schläger im Kapuzenpulli

28. April 2009 - 10:43 Uhr

Von Olaf Sundermeyer, Dortmund

Palästinensertuch, Sonnenbrille, schwarzer Kapuzenpulli: Die militanten Rechten von den „Autonomen Nationalisten“ kopieren den Stil der Linksautonomen – und schlagen gern zu. Am 1. Mai werden sie wieder als schwarzer Block auftreten. Die Polizei rechnet mit Krawall.

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Freiräume | Kultur | News

30.04.2009 Film: Der Aufstand der Würde

27. April 2009 - 23:42 Uhr

„Der Aufstand der Würde – Die zapatistische Bewegung in Chiapas/Mexiko“

Wer? Mexiko-Gruppe Dresden
Wann? 30. April 2009, 20.00 Uhr
Wo? veränderbar Dresden, Görlitzer Straße 42

Am 1. Januar 1994 besetzten Tausende Indigene unter der Losung „Ya Basta!“ (Es reicht!) sieben Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Zwei Wochen lang kämpften die Zapatistas – die sich nach dem Revolutionär Emiliano Zapata benannten – bewaffnet gegen die Regierung, die für sie nur Missachtung oder Gewalt übrig hatte.

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