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Die Europameisterschaft startet in Dresden mit rechten Pöbeleien und Übergriffen

Am frühen Samstag Morgen hat die Polizei nach eigenen Angaben sechs Personen vorläufig festgenommen, die zuvor an einer Haltestelle am Albertplatz eine Gruppe von Menschen mit ausländerfeindlichen Parolen beleidigt hatten. Nachdem die Gruppe daraufhin in eine ankommende Straßenbahn geflüchtet war, versuchten die Angreifer eine Tür der Bahn gewaltsam zu öffnen, was ihnen wenig später auch gelang. Im Anschluss daran konnte die Polizei sechs der Tatbeteiligten noch an der Haltestelle festnehmen. Einige der Täter waren, so die Polizei weiter, bereits in der Vergangenheit wegen Gewalttaten aufgefallen. Die Täter kamen zum Teil aus dem Umfeld der in der vergangenen Woche von der Polizei durchsuchten Dresdner Hooligangruppe „Faust des Ostens“. Dazu hatten 130 Beamtinnen und Beamte ingesamt 17 Wohnungen von 14 Beschuldigten durchsucht, die im Verdacht stehen, sich an rechten Übergriffen wie zum Stadtfest und anderen Straftaten beteiligt zu haben.

Information des libertären Netzwerkes zufolge hatten Stunden zuvor knapp 50 Personen aus dem Umfeld des lokalen Fußballvereins Dynamo Dresden an den Elbwiesen gefeiert und neben Fußballgesängen auch lautstark rechte Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Teile der Gruppe zogen anschließend in die Äußere Neustadt und pöbelten über Stunden unter dem wachsamen Auge der Polizei auf der Alaunstraße Passantinnen und Passanten an. Die herbeigerufenen Beamtinnen und Beamten reagierten zunächst hilflos und stellten nach einem vermeintlichen Übergriff auf eine Gruppe englischer Fans die Personalien von einigen der zum Teil stark angetrunkenen Jugendlichen fest. Auch gestern kam es nach Augenzeugenberichten beim Public Viewing vor historischer Altstadtkulisse immer wieder zu rechten Pöbeleien und „Handgreiflichkeiten“.

Seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 finden sich im Party- und Szeneviertel Äußere Neustadt immer wieder tausende Menschen ein, um die Spiele zu sehen und anschließend auf den Straßen des Viertels zu feiern. Während es dabei vor sechs Jahren schon vereinzelt zu Übergriffen auf feiernde Fans anderer Länder gekommen war, griffen zur Euro 2008 knapp 50 vermummte Nazis mehrere Geschäfte sowie einige Besucherinnen und Besucher des Viertels an. Auch damals war die im Stadtteil anwesende Polizei untätig geblieben und hatte nach den Übergriffen nur schleppend ermittelt. Von den mutmaßlichen Tätern konnte aus diesem Grund lediglich der vermeintliche Drahtzieher ermittelt und später zu einer Haftsstrafe verurteilt werden, zahlreiche weitere an der Tat beteiligte Personen erhielten nur Bewährungsstrafen oder wurden freigesprochen.

Kommentare

  1. Rassismus ist kein Fangesang sagt:

    man sollte aufpassen wie man das im zusammenhang mit dynamo bringt

    gefaehrlich!

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