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Erneut Hausdurchsuchung in Dresden (Update)

Die Welle der Hausdurchsuchungen in Dresden geht weiter. Nach der Razzia im April durchsucht die Polizei seit den frühen Morgenstunden das alternative Wohnprojekt Praxis. Von einer Durchsuchung des Hauses im April hatte die Polizei im letzten Moment abgesehen, nachdem von oberservierenden Ermittlern in den Stunden davor ungewöhnliche “Betriebsamkeit” festgestellt wurde. Hintergrund der Maßnahme sind Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft gegen ingesamt 17 Männer und Frauen wegen Bildung „krimineller Vereinigungen“ nach §129. Den Beschuldigten werden zahlreiche Übergriffe auf Nazis in den letzten Jahren vorgeworfen.

Das Haus im Stadtteil Löbtau war erst im August vergangenen Jahres Ziel eines rechten Brandanschlags geworden, damals war mit einem Brandsatz ein Zimmer im Erdgeschoss angezündet worden. Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass dabei niemand verletzt wurde. Erst am 19. Februar hatten knapp zweihundert Nazis unter den Augen der untätigen Polizei etliche Fensterscheiben des Hauses in der Columbusstraße eingeworfen und zwei vor dem Haus parkende Fahrzeuge beschädigt. In beiden Fällen ist bis heute keiner der mutmaßlichen Täter überführt worden.

(Update)

An der Durchsuchung waren nach Angaben des sächsischen LKAs 150 Beamtinnen und Beamte des LKA Sachsen und der Bereitschaftspolizei beteiligt. Während des fünfstündigen Einsatzes seien die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnprojektes Julia Bonk (Die Linke) zufolge mit Kabelbindern gefesselt und mit Maschinenpistolen bedroht worden. Sie verurteilte das brutale Vorgehen der Polizei als „völlig unangemessen“. Auch die linksjugend [’solid] Dresden verurteilte die erneuten Durchsuchungen. Ihr Vorsitzender Georg Wehse forderte „die bedingungslose Aufklärung der Übergriffe auf die Praxis und ein Ende der […] unwürdigen Schikanen gegen alternative Projekte in Dresden“.

Bei der Durchsuchung wurde ein 24-Jähriger Beschuldigter zur erkennungsdienstlichen Behandlung auf ein Polizeirevier gebracht. Die Ermittler beschlagnahmten nach eigener Darstellung neben etlichen technischen Geräten, auch Steine, Sturmhauben, eine Zwille mit Stahlkugeln und Aufkleber bzw. Plakate mit gewaltverherrlichendem Inhalt.

Kommentare

  1. icke sagt:

    in städten wie leipzig reagieren die menschen auf so eine scheiße mit spontandemonstrationen, an denen hunderte von leuten teilnehmen.

  2. du sagt:

    Tja. In Städten wie Leipzig…
    Dresden ist da immer etwas, sagen wir es mal vorsicht, komisch!!!

  3. chris sagt:

    problem ist unteranderem, wenn mal zu einer spontandemo mobilisiert wird, dass nicht alle die sich irgendwie daran beteiligen möchten, es mitbekommen, dass eine spontandemo ansteht.

  4. er sagt:

    warum nicht einfach 18 uhr vor hbf und dann die prager runter? wenn in der neustadt bissl schwarzrot gewedelt wird juckts doch och keene sau

  5. er@chris sagt:

    genau. also bräuchte man eher son tag x plan wie in anderen städten. wenn was passiert dann dort und da zu dieser uhrzeit halt….

  6. tralala sagt:

    selbst bei angemeldeten demos, fehlt den dresdnern die entschlossenheit und geschlossenheit innerhalb ihrer demos, da kommen von ganz wenigen parolen, da wird nicht in einem block gelaufen (machts den bullen leicht), da gibts ne sambagruppe die mit ihreen krach redebeiträge und parolen untergehen lässt, da kommt partymusik statt liedgut mit kämpferischen inhalten,
    alles bissel anders

    (A)

  7. Tom sagt:

    Dresdens Bildungsbürgertum ist halt schon immer eines der dümmsten und konform pro der jeweiligen staatlichen oder wirtschaftlichen Räson, das war schon unterm Onkel Adolf so.

    Da hat die gegenwärtige rechte CDU/FDP/NPD Fraktion einfach mal leichtes Spiel, wie aus den völlig widrigen Hetzjagden gegen Roten Baum und Co. ersichtlich wird.

  8. andy sagt:

    In jeden anderem Bundesland hätte ein neue Präsident des Landeskriminalamtes,nach so einen großen und lang geplanten Razzia seinen Abschied einreichen können,nach dem die Hausdurchsuchungen aus den eigenen Reihen scheinbar verraten wurden.erschwerend kommt dazu das Herr Dr. Jörg Michaelis (CDU)schon seid Jahren(1998) beim LKA Sachsen ist.In Dresden hat auch bis jetzt noch keiner die frage gestellt ob Jörg Michaelis der richtige ist für das Amt.

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