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Verein lehnt Integrationspreis ab

Erneut hat in Dresden ein Verein einen von der Landesregierung gestifteten so genannten Integrationspreis abgelehnt. Bei der offiziellen Preisverleihung im Sächsischen Landtag am Freitag, lehnte die „Internationalen Gärten Dresden e.V.“ den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis ab und begründeten die Entscheidung mit den desolaten Zuständen in den Flüchtlingsunterkünften in der Sächsischen Landeshauptstadt. In den sanierungsbedürftigen Gebäuden müssen die wenigen verbliebenen Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Dresden gemeinsam mit ihren Familien oft mehrere Jahre leben. Außerdem warf der Verein dem sächsischen Ausländerbeauftragten Martin Gillo (CDU) in einer Rede fehlende Unterstützung für die Idee einer dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen vor. Erst am 30. September hatte sich der Dresdner Stadtrat mit den Stimmen der CDU und FDP gegen eine dezentrale Unterbringung ausgesprochen.

Ralph Schreiber, Sprecher der sächsischen Sozialministerin Christine Clauß (CDU), bezeichnete die Ablehnung als „nicht nachvollziehbar, unverständlich und sehr bedauerlich“. Der Ausländerbeauftragte Martin Gillo bedauerte die Entscheidung und verwies auf „geltendes deutsches Gesetz“. Der Pirnaer AKuBiZ e.V., Gewinner des diesjährigen Sächsischen Demokratiepreises, begrüßte die Weigerung des Vereins als Beispiel für gelungene Integration und weltoffene Sachsen instrumentalisiert zu werden und verwies auf eigene Erfahrungen im Umgang mit Flüchtlingen in der Sächsischen Schweiz.

Ziel des vor fünf Jahren gegründeten Vereins ist es, mit Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern gemeinsam Obst und Gemüse anzubauen und sich dabei kennen zu lernen. Neben den gärtnerischen Tätigkeiten bietet der Verein auch Raum für Fortbildungen sowie kulturelle und soziale Veranstaltungen.

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