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Dresden: Spontandemonstration nach Mord an linkem Jugendlichen in Athen (Update 10.12.)

In Dresden demonstrierten heute knapp 50 Menschen spontan gegen die Ermordung des 15jährigen Alexis Grigoropoulos, der nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einer Polizeieinheit im alternativen Viertel Exarchia von einem der Beamten erschossen wurde.
Daraufhin kam es in ganz Griechenland zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und staatlichen Sicherheitskräften.

Die Demonstration in Dresden begann am Goldenen Reiter und lief über die Hauptstraße ins so genannte Szeneviertel Neustadt, wo sich die Demonstration schließlich auflöste. Die TeilnehmerInnen richteten sich mit ihren Sprechchören gegen den Ausbau der Inneren Sicherheit und staatliche Repression in Europa. Außerdem verteilten sie Flugblätter an Passanten, um auf die aktuelle Situation in Griechenland hinzuweisen.

(Update 10.12.08)

Bereits am frühen Sonntag Abend hatten Unbekannte die Fassade des Verwaltungsgerichtes verziert und mehrere Scheiben eingeworfen. Außerdem wurden nach Polizeiangaben am frühen Montag Abend an einem Gebäude an der Reichenbachstraße ebenfalls Schriftzüge mit Bezug zu den Ereignissen in Griechenland festgestellt.

Kommentare

  1. tralala sagt:

    der buschfunk berichtet, dass am polizeirevier dd-neustadt einige
    grün-weiße schleudern entwertet wurden.
    nun ist das gurkengeschwader ein wenig aufgeregt im viertel unterwegs.
    passt auf euch auf.

  2. A sagt:

    Ich finde es einfach nur beschämend im eigenen Kiez Bambule zu machen. Zumal das Bullenauto auch nicht hätte Plattgemacht werden müssen.

    Die Demo war gemischt und nicht alle waren vermummt etc. Also ist es an dieser Stelle sinnvoller auf die Teilnehmer einer Solidemo zu achten als puren Zerstörungswahn walten zu lassen.

    Die Bullenautos stehen immer ungesichert dort rum. Wer dort richtig Schaden machen will, tut das organisiert und in kleiner Gruppe. Eine Aktion von Sekunden.
    Dazu kommt noch das die Bullen uns auch ganz schnell auf die Füße treten, wenn wir es bei ihnen tun.

    Man sollte doch öfters mal sein Hirn anschalten und auf einer Demo etwas für Ordnung sorgen. Dann bin ich beim nächsten Mal wieder mit dabei. So fehlt mir der Hintergrund.

    Mülltonnen von Kiezbewohnern kicken ist keien Solidarität in meinen Augen. Wir hatten die Möglichkeit Protest laut und kraftvoll vor einer Polizeiwache kund zu tun. Stattdessen bleibt wieder nur ein negatives Bild vom Chaoten.

  3. B sagt:

    Also zum einen geht mir diese „kiez-romantik“ voll auf den keks, da diese szeneghettobildung total sinnlos ist und zum anderen ist die neustadt einfach mal eh nur noch yuppi partyviertel.
    Das war doch mal ne ansage die von der demo ausging. die leute da haben wenigstens solidarität gezeigt und wenn sie ein polizeiauto zerhauen sei ihnen das meinerseits gegönnt denn die wahl der mittel sollte wohl jedem selbst überlassen werden.
    kann die kritik schon nachvollziehen, dass einige vllt nicht auf sowas nicht vorbereitet und deshalb nicht vermummt waren….da ist dann in zukunft konversation nötig 😉

  4. C sagt:

    was bringt das, wenn ein polizeiauto kaputt gehauen wird?
    dann kriegen die cops ein neues, das im zweifel schneller fährt.
    und bezahlen muss es wieder das prekariat

  5. xcantonax sagt:

    Griechenland trauert und randaliert

    Griechenlands zügellose Wut hält nur kurz inne, als der 15-jährige Alexis Grigoropoulos in Athen beigesetzt wird. Seitdem der Schüler Samstag durch die Kugel eines Polizisten ums Leben kam, brennen Nacht für Nacht die Innenstädte der Metropolen. Selbst in Dresden kam es zu Ausschreitungen.

    Mehrere tausend Menschen haben in der Nähe von Athen an der Trauerfeier für den durch eine Polizeikugel getöteten 15-Jährigen griechischen Jungen teilgenommen. Auf dem kleinen Friedhof in der Athener Vorstadt Palaio Faliro waren außer engen Verwandten und Freunden des Toten auch Schülervertretungen aus zahlreichen Gymnasien Athens zusammengekommen. Auch Schüler aus Nordgriechenland und aus der Insel Kreta hatten Blumen geschickt, berichtete das Fernsehen. Die Polizei beobachtete von einem Hubschrauber aus und aus diskreter Entfernung die Trauerfeier.

    Auf zentralen Plätzen vieler Städte des Landes gedachten zeitgleich zehntausende Schüler des 15-Jährigen, dessen Tod am Samstag eine Welle der Gewalt in ganz Griechenland ausgelöst hatte. In Athen kam es vorübergehend erneut zu Zusammenstößen zwischen Schülern und der Polizei. Aus einer Demonstration von rund 5000 Schülern lösten sich rund 200 Jugendliche heraus und bewarfen die Polizei mit roter Farbe. Andere warfen Steine und Latten auf die Beamten vor dem Parlamentsgebäude, wie das Fernsehen zeigte. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben.

    Der 15-Jährige Alexis Grigoropoulos war am Samstag durch einen Polizeischuss ums Leben gekommen. Der verantwortliche Polizeibeamte bestreitet, den Schüler absichtlich getötet zu haben. Er sitzt in Untersuchungshaft.

    Auch in Dresden kam es wegen des Tathergangs zu Ausschreitungen. Dutzende Linksautonome haben in der Innenstadt randaliert und ein Polizeiauto massiv beschädigt. Die Gruppe aus 20 bis 30 schwarz gekleideten und teils vermummten Personen sei zuerst eine Einkaufsstraße entlang gezogen. Dort seien Flugblätter verteilt worden, die auf die Ausschreitungen in Griechenland Bezug nahmen, teilte die Polizei mit.

    Die Gruppe in Dresden zog in Richtung des Stadtteils Neustadt und warf unterwegs Mülltonnen und Bauzäune auf die Straßen. Ein Teil der Gruppe stürmte schließlich auf den Vorplatz eines Polizeireviers. Dort zerschlugen die Randalierer Scheiben eines geparkten Streifenwagens und traten einen Außenspiegel des Autos ab. Sie seien dann sofort in verschiedene Richtungen geflüchtet, hieß es. Trotz einer umgehend eingeleiteten Fahndung seien die Täter unerkannt entkommen. Bei der Randale gab es keine Verletzten. Der Staatsschutz ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

    In Griechenland werde auch in der kommenden Nacht Ausschreitungen erwartet. Gruppen von maskierten Jugendlichen zogen am Montagabend durchs Zentrum von Athen und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. In Sprechchören riefen sie: „Bullen! Schweine! Mörder!“

    Auch der Weihnachtsbaum auf dem Syntagma-Platz ging in Flammen auf. Kaklamanis erklärte, die Weihnachtsfeiern der Stadt würden dennoch wie geplant stattfinden, um den Unruhestiftern kein Erfolgserlebnis zu vermitteln.

    Die Polizei meldete am Montag 89 Verhaftungen. Mehr als 100 weitere Personen wurden zur Vernehmung festgenommen. Mindestens zwölf Polizisten wurden verletzt, die Zahl der verletzten Jugendlichen war vorerst nicht bekannt.

    Quelle: Die Welt (09.12.08)

  6. blubb sagt:

    Für morgen (20.12) wurde von den Griechen ein „internationaler Aktionstag des Widerstandes“ ausgerufen. Gibts ne Demo in Dresden???

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