Soziales

Pieschener Wertstoffhof muss schließen

Der in der Heidestraße gelegene Wertstoffhof abfallGUT Dresden e.V. wird Ende März seine Tore wohl für immer schließen müssen. Hintergrund ist das im Juni 2012 neu überarbeitete Kreislaufwirtschaftsgesetz, welches öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger wie den gemeinnützigen Verein abfallGUT dazu verpflichtet, die neue Abfallhierarchie zu beachten. Die Stadt hatte daraufhin die für einen Erhalt des Projektes notwendigen finanziellen Zuschüsse zum 1. Januar diesen Jahres hin eingestellt. Der Verein hatte den Wertstoffhof und den daran angeschlossenen Umsonstladen im Stadtteil Pieschen seit Mai 1999 größtenteils ehrenamtlich betrieben. Gleichzeitig wurden in dem Gebäude auf dem Gelände wechselnde Ausstellungen zu Kunst und Umweltthemen angeboten. In Zusammenarbeit mit dem weiterdenken e.V. wurde sogar eine eigene Ausstellung unter dem Titel „Arbeit auf Teufel komm raus“ erarbeitet.

Die Grüne Liga hatte in dem Zusammenhang von der Stadt einen Erhalt der Sammlung wiederverwendbarer, gebrauchsfähiger Haushaltsgegenstände und damit eine weitere Finanzierung des abfallGUTes zur Umsetzung der gesetzlich geforderten Aufgaben zur „Vorbereitung für eine Wiederverwendung“ gefordert. Ziel sollte es sein, für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Zugang zur Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, um damit die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und auf überflüssige Anschaffungen zu verzichten. Seit 1. Januar 2011 war die Nutzung nur noch für Inhaber des Dresden-Passes und Empfänger von Hartz IV möglich gewesen. Der vorsitzende Sprecher der Grünen Liga, Torsten Kohl, verwies dazu gegenüber der Dresdner Neuesten Nachrichten auf die mehrfach durch die Industrie- und Handelskammer erhobenen Einwände, wonach sich Gewerbetreibende darüber beschwert hätten, dass der Verein mit seinem kostenlosen Angebot den Markt kaputt mache.

Kommentare

  1. powled sagt:

    klar, dem markt ist es lieber wenn die menschen kaputt gehen. ach nein: der markt sind auch nur menschen. frage mich jedoch, ob dem markt tatsächlich soviel verloren geht wenn paar hartzer/dresden-pass-inhaber sich nicht mehr ein paar alte stühle oder einen tisch abholen. der abbau der kostenlosen unterstützung für bedürftige geht scheinbar voran.

  2. HinzundKunz sagt:

    Man könnte nur noch KOTZEN! Soziale Projekte werden vernichtet, das Essen für Hortkinder nicht mehr bezuschusst, in die Neustadt werden Eigentumswohnungen in der Luxusvariante gebaut und die FDP macht neuerdings, und auf heuchlerische Weise, einen auf Ökopartei. Wirklich, man fragt sich, weshalb hier der Asphalt noch nicht am Kochen ist?! So dämlich können die Menschen hier doch gar nicht wirklich sein, diesen Mist nicht zu erkennen und 1+1 zusammenzuzählen, um sich so ein Bild zu machen, wo das hinführen soll. Doch es passiert … nichts.

  3. das darf doch ncht wahr sein... sagt:

    Menschen, die wenig in der Tasche haben, werden sich auch in Zukunft die Preise sogenannten Marktes nicht leisten können. Wenn alte Gegenstände wieder Nutzbar gemacht und nicht weggeworfen werden, so hat das zweierlei Nutzen. Außerdem sind das oft Möbel mit Substanz & Stil- Worte, welche die Möbelindustrie zusammenzucken lässt. Steckmöbel von heute werden in 50 Jahren keinen sozialen Markt, wenn es diese denn überhaupt noch gibt, von innen sehen. Ich hoffe, das für jede zugrunde gerichteten sozialen Möbelmarkt zwei neue aus dem Boden wachsen. Ich mache jedenfalls dahingehend ernste Gedanken ich bin mir sicher, das viele Elbflorenzer ähnlich denken.

  4. Jens sagt:

    na dann los hinz und kunz, schreib einen treffpunkt und ein ziel hier rein- ich bin dabei und los gehts!

  5. Stimby sagt:

    Ich bin auch dabei…solche Märkte müssen erhalten werden.Und wenn man wenigstens einmal im Monat so eine Börse anbietet,wäre das klasse.

  6. Hans sagt:

    Ja toll, zu, geschlossen für immer?! Ich wollte gerade ein Paar „Altgeräte“ auf die Heidestrasse schaffen. Ich bin noch in der guten Fügung mir auch mal was neues zu kaufen. Warum sollen dann nicht noch andere einen kleinen nutzen davon haben diese Gräte weiter zu betreiben. Es wird so schon genug weggeschmissen. Ich wohne gleich in der Nähe, also für mich ein kurzer Weg. Worauf ich hinaus will, es wird wohl nun so einiges in der Mülltonne landen was da nicht hingehört. Für einige der einfachere Weg da der Weg zum nächsten Wertstoffhof länger und unbequemer geworden ist. Der Mensch ist nun mal so, (mich eingeschlossen).

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