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Proteste gegen Sarrazin-Lesung geplant

Anlässlich einer Lesung von Thilo Sarrazin am 13. Januar in der Dresdner Messehalle 1 rufen mehrere Initiativen unter dem Motto „Für ein solidarisches und friedvolles Miteinander“ zu Protestaktionen auf. Der frühere Finanzsenator von Berlin wird am kommenden Donnerstag im Ostragehege sein kontrovers diskutiertes Buch: „Deutschland schafft sich ab“ vorstellen. Zeitgleich mit der Veranstaltung findet in den Räumen der „Ostrale“ auf dem Messegelände eine Gegenlesung zum Thema „Sarrazin – das Gen-Erbe der Zivilisation? Eine szenische Polemik“ statt.

Sein Ende August als Sachbuch veröffentlichtes Werk hat sich bis heute mehr als 1,2 Millionen mal verkauft und stand wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerlisten. Nachdem das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die Bild-Zeitung vorab Auszüge veröffentlicht hatten, übten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Medien und Wissenschaft zum Teil harsche Kritik an den Thesen Sarrazins. Sie warfen dem Mitglied der SPD unter anderem Biologismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Eugenik und Pseudowissenschaft vor. Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Buches fand dazu im Hörsaalzentrum der TU Dresden eine Diskussionsveranstaltung statt. Während der Veranstaltung verteidigten zwei der geladenen Wissenschaftler einige der Thesen Sarrazins.

Nach einer ausgehandelten Aufstockung seines Ruhegehalts um 1.000 Euro, reichte er im September bei Bundespräsident Christian Wulff seinen Rücktritt aus dem Vorstand der Deutschen Bundesbank ein. Einen Austritt aus der SPD lehnt er nachwievor ab.

Schon ein Jahr zuvor war Sarrazin nach einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre International“ für seine Äußerungen zur Wirtschafts- und Migrationspolitik Berlins heftig kritisiert worden. In seinem Interview hatte er sich beispielsweise gegen weitere Transferleistungen für Migrantinnen und Migranten ausgesprochen.

Sarrazin während seiner ersten öffentlichen Lesung in Potsdam:

Komplette Veranstaltung bei Vimeo: Vimeo (09.09.2010)

Kommentare

  1. A sagt:

    Es gibt sogar eine Gegenkundgebung, nämlich ab am 13.1. ab 18:30 Uhr vor dem Tor 1 des Messegeländes Dresden!

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