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Kungebung zum 65. Jahrestag der Opfer des Faschismus

Fast 100 Menschen folgten heute einem Aufruf des AK Antifa Dresden zum 65. Jahrestag der Opfer des Faschismus. Auf der Kundgebung wurde mit Redebeiträgen, Transparenten und Flugblättern an das Leid der Opfer und den Hintergrund des Tages erinnert.

Auch über den Dresdner Bahnhof Neustadt wurden während des Zweiten Weltkriegs tausende Menschen in die Konzentrationslager Auschwitz und Theresienstadt deportiert und umgebracht. Bereits im Oktober 1938 waren an dieser Stelle insgesamt 724 Dresdner Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager und damit ihren Tod geschickt worden.

Für viele der wenigen Überlebenden wird dieser runde Jahrestag einer der letzten sein, um über ihre Erlebnisse zu sprechen. Umso wichtiger ist es, an Tagen wie heute an das Leid dieser Menschen zu erinnern, aber auch um deutlich zu machen, dass so etwas nie wieder geschehen darf.

Am Tag genau vor 65 Jahren hatte die Rote Armee mehr als 6.000 Menschen im Konzentrationslager Auschwitz befreit. In den Tagen zuvor hatten SS- und Wehrmachtsangehörige versucht, die Beweise für den industriellen Massenmord zu vernichten. Auf so genannten Todesmärschen starben wenige Wochen vor der Befreiung von Auschwitz mehrere tausend Menschen an Hunger, Folter und Mord.

Im Anschluss an die Kundgebung fuhren etwa 70 Personen mit der Bahn an den Dresdner S-Bahn Haltepunkt Reick, um dort auf das rechte Treiben in der Oskar-Röder-Straße aufmerksam zu machen.

Hinter der Hausnummer 10 befinden sich seit Jahren von Nazis genutzte Räumlichkeiten. Seit 2005 finden dort neben Konzerten auch zahlreiche Veranstaltungen statt. Außerdem ist das Objekt ein regelmäßiger Treff für den so genannten Jugendstammtisch. Ein wöchentlicher Termin um junge Nazis zu rekrutieren und „ideologisch“ zu festigen.

Als Mieter des Objektes trat dabei in der Vergangenheit Tilo Kriegel auf. Kriegel gehört zum Umfeld der „Freien Kräfte“ und kandidierte 2007 erfolglos für den Fachschaftsrat der HTW. Eigentümer und Vermieter des vor knapp zwei Jahren neu errichteten Gebäudes ist der Kunstschmied Alfred Schmidt aus Trappenkamp in Schleswig-Holstein. Bei seinem hoffentlich letzten Auftritt in der Landeshauptstadt vermachte der damals 90jährige Rentner dem Stadtmuseum ein Zeichen seiner Zunft.

Einige Personen zeigten sich von der Demonstration sichtlich verunsichert und verließen nach etlichen Telefonaten mit ihren Fahrzeugen das Grundstück, um in der Gegend herumzufahren. Nur wenig später trafen weitere vollbesetzte Fahrzeuge ein, offenbar um das Objekt zu schützen.

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