Antifa

Gedenken an an Jorge Gomondai 2016

In Erinnerung an den Tod von Jorge João Gomondai wird am Mittwoch um 17 Uhr eine vom Ausländerrat der Stadt organisierte Gedenkkundgebung stattfinden. Der Mosambikaner war am 6. April 1991 an den Folgen seiner schweren Verletzungen in einem Dresdner Krankenhaus gestorben. Wenige Tage zuvor war der als Vertragsarbeiter in die ehemalige DDR gekommene Mann am Albertplatz in eine Straßenbahn gestiegen und von einer Gruppe rassistisch beschimpft worden. Kurz darauf fand die Fahrerin den 28-Jährigen nur 150 Meter von der Haltestelle entfernt blutend neben einer geöffneten Tür. Jorge Gomondai wurde zum ersten Todesopfer rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung.

Erst nachdem Medien begannen, sich für die Ermittlungen in dem Fall zu interessieren, wurden im Oktober 1993 zwei Tatbeteiligte zu Bewährungsstrafen verurteilt, ein dritter Angeklagter erhielt eine Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren. Die übrigen Verfahren waren zuvor bereits eingestellt worden. Der Grund dafür lag vor allem in der mangelhaften Ermittlungsarbeit der Polizei, die am Tatort weder Personen befragte, noch ausreichend Spuren sicherte. Auch ein Videofilm der späteren Täter war ohne Auswertung gelöscht worden. Seit 2007 erinnert ein nach ihm benannter Platz und ein Gedenkstein wenige Meter vom Tatort entfernt an seinen Tod.

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