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Planungen für den Bau der Gedenkstätte in Lety können beginnen

Während hierzulande angesichts eines kaum zu übersehenden gesellschaftlichen Rechtsrucks das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird, wurde im benachbarten Tschechien von staatlicher Seite im vergangenen Monat das Gelände einer Schweinemastanlage gekauft, um dort im nächsten Frühjahr mit dem Bau einer Gedenkstätte zu beginnen. Damit soll in Zukunft an jene Menschen erinnert werden, die an gleicher Stelle von 1939 bis 1943 unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert und zur Arbeit gezwungen worden waren. Ein großer Teil der im Konzentrationslager Lety ermordeten oder später in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportierten Menschen waren Sinti und Roma.

Nachdem sich in der Vergangenheit bei den jährlichen Gedenkveranstaltungen verschiedene Initiativen und Einzelpersonen vor Ort für ein würdevolles und angemessenes Gedenken eingesetzt hatten und bereits im August eine Einigung mit den Betreibern der in den 1970er Jahren errichteten Schweinemastanlage erreicht werden konnte, hatte wenige Wochen später auch das tschechische Parlament dem Kauf zugestimmt. Ende November unterzeichnete schließlich die Leiterin des Museums für Roma-Kultur in Brno, Jana Horváthová, im Namen der Regierung den Kaufvertrag und kündigte an, bei der Gestaltung der Anlage neben Fachleuten auch die Kinder und Enkel der letzten Überlebenden mit einzubeziehen. Zugleich rief sie dazu auf, angesichts eigener begrenzter Mittel die Finanzierung des Projektes sicherzustellen.

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