Alle Artikel zum Thema: Tschechien

International

„Wir wollen Vorreiter für Gleichberechtigung werden“ – Grenzgespräch mit der Prague Pride

13. Juli 2020 - 18:32 Uhr

Mit den Grenzgespräche halten wir den grenzübergreifenden Dialog aufrecht: in regelmäßigen Abständen interviewen wir Gruppen und Einzelpersonen aus nahen oder fernen Nachbarländern, sei es nun coronabedingt über die geschlossenen Grenzen hinweg oder auch schlicht, um die Weitsicht nicht zu verlieren und den Kontakt zu halten. Passend zur Jahreszeit der Christopher Street Day-Demonstrationen (CSD) und Prides haben wir mit Organisator:innen der Prague Pride im Nachbarland Tschechien gesprochen. 

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International

Grenzgespräche mit der Anarchistischen Föderation Tschechien

6. Mai 2020 - 20:13 Uhr

Dass derzeit die Grenzen geschlossen sind, fällt nicht nur den Menschen mit Biografien in totalitären Regimen oder denjenigen auf, die sich wundern, dass plötzlich die prekär beschäftigten polnischen und rumänischen Dienstleister:innen nicht mehr zur Verfügung stehen, um ältere Menschen zu pflegen. Ein fundamentales Recht, welches auch vorher nur für einige galt, ist nun auch für andere eingeschränkt: die Bewegungsfreiheit. Weit über den schnellen Zigarettenkauf hinter der Grenze oder den Wochenendausflug nach Wrocław sind damit Waren- und Dienstleistungsverkehr eingeschränkt. Aber noch darüber hinaus ist es eine, wenn auch zur Zeit medizinisch notwendige, aber besorgniserregende Entwicklung. 

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Antifa

Rechtes Vernetzungstreffen in Prag blockiert

20. Dezember 2017 - 22:19 Uhr

Am vergangenen Wochenende trafen sich in der tschechischen Hauptstadt Prag die Spitzenpolitiker der ENF (Europa der Nationen und der Freiheit). Neben Geert Wilders, der auch schon bei PEGIDA in Dresden einen Auftritt hatte, war auch Marine Le Pen, die Vorsitzende des Front National, als prominenter Gast eingeladen worden. Der Kongress wurde vom Protest verschiedener antifaschistischen Gruppen begleitet und konnte auf Grund von Blockaden erst mit einer Stunde Verspätung beginnen (Bilder). Die 2015 gegründete ENF ist eine Fraktion von Rechtspopulisten im Europaparlament zu dem neben schon genannten Front National und der niederländischen Partij voor de Vrijheid (PVV) auch die italienische Lega Nord (LN), sowie die österreichische Regierungspartei FPÖ und der belgische Vlaams Belang (VB) gehören. Anders als noch zu Jahresbeginn, als beim letzten Kongress in Koblenz Alternative für Deutschland (AfD) die Schirmherrschaft übernommen hatte, nahm in Prag lediglich der mittlerweile aus der AfD ausgetretene Marcus Pretzell als Vertreter der neu gegründeten Blauen Partei am Kongress teil.

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Antifa

Planungen für den Bau der Gedenkstätte in Lety können beginnen

6. Dezember 2017 - 15:12 Uhr

Während hierzulande angesichts eines kaum zu übersehenden gesellschaftlichen Rechtsrucks das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird, wurde im benachbarten Tschechien von staatlicher Seite im vergangenen Monat das Gelände einer Schweinemastanlage gekauft, um dort im nächsten Frühjahr mit dem Bau einer Gedenkstätte zu beginnen. Damit soll in Zukunft an jene Menschen erinnert werden, die an gleicher Stelle von 1939 bis 1943 unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert und zur Arbeit gezwungen worden waren. Ein großer Teil der im Konzentrationslager Lety ermordeten oder später in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportierten Menschen waren Sinti und Roma.

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Nazis

Dresdner Nazis beim Länderspiel in Prag

28. September 2017 - 20:17 Uhr

Gastartikel des Antifa Recherche Team (ART) Dresden

Am 1. September fand in Prag das WM-Qualifikations-Spiel zwischen Tschechien und Deutschland in statt. Etwa 200 Personen sollen sich über den freien Verkauf Tickets für das Spiel gekauft haben und bildeten einen eigenen Block. Aus diesem Block kam es über das gesamte Spiel zu rechten Ausfällen. Während aus dem offiziellen Block der Fans der DFB-Elf das Wort „Sieg“ gerufen wurde, antworte der Block mit „Heil“. Während einer Schweigeminute für verstorbene Funktionäre des tschechischen Fußballverbandes riefen Personen aus dem Block „Scheiß DFB“ und „Fußballmafia DFB“. Während der Nationalhymnen wurde gepöbelt und u.a. Mesut Özil und Timo Werner beschimpft. So wurde bspw. „Özil abschieben, Ausländer raus!“ gerufen.

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Antifa

Erinnerungsprojekt in Lety rückt in greifbare Nähe

5. August 2017 - 22:30 Uhr

Nach jahrzehntelangem Kampf steht der Errichtung einer Gedenkstätte in Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg im tschechischen Konzentrationslager Lety ermordeten und deportierten Menschen offenbar nichts mehr im Weg. Erst am Montag hatte der tschechische Kulturminister Daniel Herman (KDU-ČSL) mitgeteilt, eine Einigung mit den Eigentümern der Schweinemastanlage über den Verkauf der Anlage erzielt zu haben. Nun muss nur noch das tschechische Parlament im September den Plänen zustimmen. Erst im Mai hatten rund zweihundert Menschen am Jahrestag der Deportation aller verbliebenen Häftlinge in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gedacht und sich für ein würdiges Gedenken eingesetzt. In dem Konzentrationslager starben in der Zeit des Nationalsozialismus mehrere hundert Menschen, die meisten davon Sinti und Roma.

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News

„Wir sind das Limit“: Erstes Klimacamp in Tschechien entert Kohletagebau nahe Most

14. Juli 2017 - 12:04 Uhr

In Zusammenarbeit mit dem Internationalistischen Zentrum Dresden

Ende Juni (21.-25.06.) ließ sich im nordtschechischen Horní Jiřetín nahe der Stadt Most einem Schauspiel historischen Ausmaßes beiwohnen. Organisiert von der Gruppe „limity jsme my“ (Wir sind das Limit), versammelten sich rund 300 Aktivistinnen und Aktivisten zu einem ersten internationalen Klimacamp in Tschechien. Neben einer Vielzahl an Vorträgen und Diskussionen, gelang es einer größeren Gruppe am Samstag, eine der umliegenden Kohlegruben zu besetzen. Erst am Tag darauf waren die letzten der von der Polizei während der Besetzung teilweise brutal festgenommenen Menschen wieder freigelassen worden.

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Antifa

Gedenkveranstaltung am ehemaligen Roma-KZ in Lety

18. Mai 2017 - 22:41 Uhr

Am vergangenen Wochenende beteiligte sich die Dresdner Gruppe gegen Antiromaismus mit etwa 30 Menschen an der Gedenkfeier zu Ehren der Ermordeten und Deportierten am ehemaligen Konzentrationslager Lety, in dem von 1939 bis 1945 vor allem als „asozial“ eingestufte Menschen inhaftiert wurden und unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten. Eine große Zahl von Häftlingen überlebte die Lagerbedingungen nicht.

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News

Ulbig fordert Ende des Kirchenasyls

11. Oktober 2016 - 19:30 Uhr

Dass Sachsen eine Führungsrolle bei den Gesetzesverschärfungen gegenüber geflüchteten Menschen in der jüngeren Vergangenheit übernommen hat, ist keine Neuigkeit. Bereits Mitte September hatte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) die Idee, das seit mehreren Jahrhunderten genutzte Kirchenasyl abzuschaffen. Der Hintergrund für seine Besorgnis sind 17 Mitglieder einer vor dem Krieg im Irak geflohenen christlich-orthodoxen Großfamilie, denen seit Juli von der ostsächsischen Brüdergemeinde Herrnhut Kirchenasyl gewährt wird. Erst im Februar waren 153 Menschen christlichen Glaubens in einem Pilotprojekt aus dem Norden des Irak nach Tschechien ausgeflogen worden.

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