Alle Artikel zum Thema: Tschechien

Antifa

Rechtes Vernetzungstreffen in Prag blockiert

Am vergangenen Wochenende trafen sich in der tschechischen Hauptstadt Prag die Spitzenpolitiker der ENF (Europa der Nationen und der Freiheit). Neben Geert Wilders, der auch schon bei PEGIDA in Dresden einen Auftritt hatte, war auch Marine Le Pen, die Vorsitzende des Front National, als prominenter Gast eingeladen worden. Der Kongress wurde vom Protest verschiedener antifaschistischen Gruppen begleitet und konnte auf Grund von Blockaden erst mit einer Stunde Verspätung beginnen (Bilder). Die 2015 gegründete ENF ist eine Fraktion von Rechtspopulisten im Europaparlament zu dem neben schon genannten Front National und der niederländischen Partij voor de Vrijheid (PVV) auch die italienische Lega Nord (LN), sowie die österreichische Regierungspartei FPÖ und der belgische Vlaams Belang (VB) gehören. Anders als noch zu Jahresbeginn, als beim letzten Kongress in Koblenz Alternative für Deutschland (AfD) die Schirmherrschaft übernommen hatte, nahm in Prag lediglich der mittlerweile aus der AfD ausgetretene Marcus Pretzell als Vertreter der neu gegründeten Blauen Partei am Kongress teil. Weiterlesen

Antifa

Planungen für den Bau der Gedenkstätte in Lety können beginnen

Während hierzulande angesichts eines kaum zu übersehenden gesellschaftlichen Rechtsrucks das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird, wurde im benachbarten Tschechien von staatlicher Seite im vergangenen Monat das Gelände einer Schweinemastanlage gekauft, um dort im nächsten Frühjahr mit dem Bau einer Gedenkstätte zu beginnen. Damit soll in Zukunft an jene Menschen erinnert werden, die an gleicher Stelle von 1939 bis 1943 unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert und zur Arbeit gezwungen worden waren. Ein großer Teil der im Konzentrationslager Lety ermordeten oder später in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportierten Menschen waren Sinti und Roma. Weiterlesen

Nazis

Dresdner Nazis beim Länderspiel in Prag

Gastartikel des Antifa Recherche Team (ART) Dresden

Am 1. September fand in Prag das WM-Qualifikations-Spiel zwischen Tschechien und Deutschland in statt. Etwa 200 Personen sollen sich über den freien Verkauf Tickets für das Spiel gekauft haben und bildeten einen eigenen Block. Aus diesem Block kam es über das gesamte Spiel zu rechten Ausfällen. Während aus dem offiziellen Block der Fans der DFB-Elf das Wort „Sieg“ gerufen wurde, antworte der Block mit „Heil“. Während einer Schweigeminute für verstorbene Funktionäre des tschechischen Fußballverbandes riefen Personen aus dem Block „Scheiß DFB“ und „Fußballmafia DFB“. Während der Nationalhymnen wurde gepöbelt und u.a. Mesut Özil und Timo Werner beschimpft. So wurde bspw. „Özil abschieben, Ausländer raus!“ gerufen. Weiterlesen

Antifa

Erinnerungsprojekt in Lety rückt in greifbare Nähe

Nach jahrzehntelangem Kampf steht der Errichtung einer Gedenkstätte in Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg im tschechischen Konzentrationslager Lety ermordeten und deportierten Menschen offenbar nichts mehr im Weg. Erst am Montag hatte der tschechische Kulturminister Daniel Herman (KDU-ČSL) mitgeteilt, eine Einigung mit den Eigentümern der Schweinemastanlage über den Verkauf der Anlage erzielt zu haben. Nun muss nur noch das tschechische Parlament im September den Plänen zustimmen. Erst im Mai hatten rund zweihundert Menschen am Jahrestag der Deportation aller verbliebenen Häftlinge in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gedacht und sich für ein würdiges Gedenken eingesetzt. In dem Konzentrationslager starben in der Zeit des Nationalsozialismus mehrere hundert Menschen, die meisten davon Sinti und Roma. Weiterlesen

News

„Wir sind das Limit“: Erstes Klimacamp in Tschechien entert Kohletagebau nahe Most

In Zusammenarbeit mit dem Internationalistischen Zentrum Dresden

Ende Juni (21.-25.06.) ließ sich im nordtschechischen Horní Jiřetín nahe der Stadt Most einem Schauspiel historischen Ausmaßes beiwohnen. Organisiert von der Gruppe „limity jsme my“ (Wir sind das Limit), versammelten sich rund 300 Aktivistinnen und Aktivisten zu einem ersten internationalen Klimacamp in Tschechien. Neben einer Vielzahl an Vorträgen und Diskussionen, gelang es einer größeren Gruppe am Samstag, eine der umliegenden Kohlegruben zu besetzen. Erst am Tag darauf waren die letzten der von der Polizei während der Besetzung teilweise brutal festgenommenen Menschen wieder freigelassen worden. Weiterlesen

Antifa

Gedenkveranstaltung am ehemaligen Roma-KZ in Lety

Am vergangenen Wochenende beteiligte sich die Dresdner Gruppe gegen Antiromaismus mit etwa 30 Menschen an der Gedenkfeier zu Ehren der Ermordeten und Deportierten am ehemaligen Konzentrationslager Lety, in dem von 1939 bis 1945 vor allem als „asozial“ eingestufte Menschen inhaftiert wurden und unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten. Eine große Zahl von Häftlingen überlebte die Lagerbedingungen nicht. Weiterlesen

News

Ulbig fordert Ende des Kirchenasyls

Dass Sachsen eine Führungsrolle bei den Gesetzesverschärfungen gegenüber geflüchteten Menschen in der jüngeren Vergangenheit übernommen hat, ist keine Neuigkeit. Bereits Mitte September hatte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) die Idee, das seit mehreren Jahrhunderten genutzte Kirchenasyl abzuschaffen. Der Hintergrund für seine Besorgnis sind 17 Mitglieder einer vor dem Krieg im Irak geflohenen christlich-orthodoxen Großfamilie, denen seit Juli von der ostsächsischen Brüdergemeinde Herrnhut Kirchenasyl gewährt wird. Erst im Februar waren 153 Menschen christlichen Glaubens in einem Pilotprojekt aus dem Norden des Irak nach Tschechien ausgeflogen worden. Weiterlesen

Lesenswert

Pegida, europaweite Ausbreitung eines Aufbegehrens

Von Warschau über Amsterdam bis Birmingham: In vielen Ländern ist Pegida längst hoffähig. Es ist die Rede von einer „Pegida-Rally“ mit Großkundgebungen in ganz Europa. Kommt es zur Parteigründung?

Quelle: Die Welt (17.01.2016)

Nazis

Polizei stoppt Nazis in Ostrava

Am Freitag versuchten im Anschluss an eine Kundgebung der DSSS (Dělnická strana sociální spravedlnosti) in Ostrava erneut mehrere hundert Menschen zu einem vor allem von Roma bewohnten Gebäude vorzudringen. Nachdem ein Großaufgebot der Polizei den angrenzenden Straßenzug abgeriegelt hatte, griffen Nazis die Einsatzkräfte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Bei den darauf folgenden Ausschreitungen wurden etliche Menschen verletzt, die Polizei nahm aus den Reihen der Angreifer mindestens 20 Personen fest. Auch in den Abendstunden blieb die Stimmung weiter angespannt. Während die Polizei am Freitag von rund 500 Menschen sprach, gaben Pressevertreter die Zahl der an der Kundgebung beteiligten Personen mit rund 1.000 an. Schon im August war es zu landesweiten Protesten gegen die Roma-Minderheit in Tschechien gekommen. Damals hatten in Ostrava mehrere hundert Nazis versucht, gewaltsam gegen Roma vorzugehen. Weiterlesen

Nazis

Ausschreitungen bei Protesten gegen Roma in Ostrava

Bei den antiziganistischen Aufmärschen in acht tschechischen Städten ist es am vergangenen Wochenende zu Ausschreitungen gekommen. Während die Lage in Duchcov unmittelbar an der deutschen Grenze am letzten Samstag auf Grund eines Großaufgebots der Polizei relativ ruhig blieb, eskalierte in Ostrava die Situation, als mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Marsches von rund 1.000 Menschen versuchten, gewaltsam gegen die Roma-Minderheit in der Stadt vorzugehen. Bei den anschließenden Auseinandersetzungen mit den 300 Einsatzkräften wurden insgesamt 62 Personen festgenommen und etliche Menschen verletzt. Weiterlesen