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Solidaritätskundgebung mit den Protesten im Iran

An einer Solidaritäts-Kundgebung mit der aufständigen Bevölkerung im Iran haben sich am frühen Dienstagabend unweit des Dresdner Hauptbahnhofs rund 40 Menschen beteiligt. In mehrsprachigen Redebeiträgen wurde die derzeit angespannte Situation im Iran thematisiert und zum Sturz der iranischen Regierung aufgerufen. Waren die seit Wochen anhaltenden Proteste tausender Menschen in weiten Teilen des Landes zu Beginn noch auf die lang anhaltenden wirtschaftlichen Probleme zurückzuführen, richten sie sich inzwischen offen gegen den fehlenden Reformwillen des Mullah-Regimes. Insgesamt starben bei den Unruhen nach inoffiziellen Angaben mindestens 20 Menschen.

In einem am Dienstag verteilten Flugblatt wurden die europäischen Staaten dazu aufgerufen, die diplomatischen Beziehungen zum Iran abzubrechen und ihre Botschaften zu schließen. Zugleich forderten sie die Freilassung tausender inhaftierter politischer Gefangener und eine Verurteilung des gewaltsamen Vorgehens der Regierung. Außerdem wurde der islamischen Republik die Unterstützung des politischen Islams und terroristischer Bewegungen wie der Hisbollah und der Hamas vorgeworfen. An den Protesten hatten sich im Unterschied zur Vergangenheit deutlich mehr Frauen beteiligt. Zur Symbolfigur der Unruhen wurde eine junge Frau, welche im Stadtzentrum Teherans ihren Zwangsschleier ablegte, an einem Stock festband und damit herumwedelte.

„Wir denken,“ so eine Sprecherin des Internationalistischen Zentrums (IZ), „dass die Unterstützung von kämpfenden, antikapitalistischen migrantischen Communities, auch eine sehr gute Form von antirassistischem Protest darstellt. So ein gemeinsamer Kampf mit politisch aktiven und antikapitalistischen migrantischen Gruppen und Einzelpersonen, weist über die bloße Ablehnung von Rassismus hinaus. Dieser Kampf, so er denn entwickelt genug ist, kann das kapitalistische Weltsystem ins Visier nehmen. Er ist ein deutliches Signal gelebter, globaler Solidarität und trägt immer auch den Samen eines ganz anderen Ganzen in sich.“ Abschließend rief sie dazu auf, sich an der Solidaritätsdemonstration mit dem von der Türkei in der Vorwoche angegriffenen Afrin am Freitag zu beteiligen. Mit einem Hinweis auf nächste Veranstaltung am 10. Februar in Chemnitz endete die etwa anderthalbstündige Kundgebung bis auf einige Pöbeleien ohne Vorkommnisse.

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