Kultur

Noch bis 26. September: Crowdfunding-Kampagne für Sammelband

Nachdem vor knapp zwei Jahren ein Artikel über deutsche Schäferhunde in der vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT) herausgegebenen renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Totalitarismus und Demokratie“ für Aufregung sorgte, hat es sich eine Reihe von Wissenschaftlern zum Ziel gesetzt, einen Sammelband herauszugeben, um damit mehr Klarheit und Struktur in eine mittlerweile unüberschaubar gewordene (akademische) Debattenkultur zu bringen. Mit ihrem Buch will die Gruppe um Enrico Heitzer, Sven Schultze und Peter Ullrich unter anderem der Frage nachgehen, wie kritische Wissenschaft in einem zunehmend prekarisierten akademischen Feld funktionieren kann. Das Geld aus der noch bis zum 26. September 2017 laufenden Crowdfunding-Kampagne soll nicht nur dazu dienen, die Druckkosten zu decken, sondern auch um kostenlose Exemplare ausgewählten öffentlichen Bibliotheken zur Verfügung zu stellen.

Im Frühjahr 2016 hatte die Geschichte über Schäferhunde in NS-Konzentrationslagern, sowjetischen Speziallagern und an der innerdeutschen Grenze auch über die akademischen Kreise für Furore gesorgt. Die frei erfundene Studie über die Mitschuld von Schäferhunden an der Nazi- und SED-Diktatur war damals auf einer Berliner Konferenz zu Human-Animal Studies und in der Hauszeitschrift des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts vorgestellt worden und dort auf erstaunlich wenig Kritik gestoßen. Das erklärte Ziel der Crowdfunding-Initiatoren soll neben einer Überprüfung „wissenschaftlicher Qualitätsstandards und kritischer Urteilskraft auch das Verhältnis der Geschichtswissenschaft zu ideologisierten Deutungen der Vergangenheit und die innerfachliche Debattenkultur“. Nachdem sich im Februar 2016 eine Satiregruppe im Nachrichtenportal Telepolis zu der Aktion bekannt hatte, verschwand wenig später der Onlinebeitrag auf der Internetseite des Instituts.

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