Nazis

Spruchbänder trüben Torfestival

31. August 2019 - 21:18 Uhr

Wie schon in der abgelaufenen Saison versprach das heutige Aufeinandertreffen zwischen den beiden nur verhalten in die neue Zweitligasaison gestarteten Teams Brisanz. Anders als auf dem Spielfeld, wo sich nach 95 Spielminuten beide Mannschaften bei hochsommerlichen Temperaturen leistungsgerecht mit 3:3 voneinander trennten, wurde bei einem Blick auf die Tribünen ein Vorgeschmack dessen geliefert, was bei den morgigen Landtagswahlen auch parlamentarisch zu erwarten sein wird. Ob es wie in der Vergangenheit außerhalb des Stadions zu rechten Übergriffen kam, war zum Zeitpunkt des Artikels noch unklar.

Anders als beim Hamburger FC St. Pauli, bei denen im gut gefüllten Auswärtsblock lediglich ein Spruchband gezeigt wurde, in welchem sich nach dem Wahlsieg der rechtskonservativen Nea Dimokratia solidarisch mit dem räumungsbedrohten linken Athener Stadtteil Exarchia gezeigt wurde, bestimmten Hass und Menschenverachtung einen überwiegenden Teil der vor allem in Halbzeit 1 im Dresdner Fanblock präsentierten Spruchbänder.

Während sich die Anhängerschaft des Dresdner Vereins nach Außen hin betont unpolitisch geben, sprechen die am heutigen Spieltag gezeigten Spruchbänder eine andere Sprache und machen damit deutlich, welche Stimmung im PEGIDA-Kernland Menschen zu erwarten haben, die dieses Weltbild nicht zu teilen bereit sind. Dass die gezeigten Spruchbänder ebenso wie gegenüber Fans des FC St. Pauli gezeigte Hitlergrüße weder den Verein Dynamo Dresden, noch seine zahlreichen Anhängerinnen und Anhänger groß zu stören scheint, ist dabei nur eines der vielschichtigen Probleme des gastgebenden Vereins.

Neben den fast schon obligatorischen sexistischen, trans- und frauenfeindlichen Spruchbändern ließen überall im Stadion aufgehängte Deutschlandfahnen den Eindruck entstehen, einem Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft und nicht den Schwarz-Gelben beizuwohnen. In Anbetracht der in der Vergangenheit laut gewordenen Rufe nach Ostdeutschland nur eine der grotesken Szenen, die sich am Samstagnachmittag im weiten Rund abspielten. Lediglich ein Spruchband, welches auf die kürzlich bekannt gewordene Ticket-Affäre von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) anspielte, zeigte den durchaus auch in der Dresdner Fanszene vorhandenen kritischen Geist.

Bild: https://twitter.com/tor201/status/1167762775533334528


Veröffentlicht am 31. August 2019 um 21:18 Uhr von Redaktion in Nazis

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