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Gemeinsam mit Studierenden: Fünfte „Fridays for Future“-Demonstration in Dresden

Die Dresdner Regionalgruppe der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung rief am 12. April 2019 zur fünften Demonstration in die Landeshauptstadt. An dem von Schülerinnen und Schülern organisierten Demonstrationszug nahmen am Freitag über eintausend Menschen teil. Erstmals beteiligten sich auch Studierende mit einem eigenen Aufruf und einer Kundgebung an den Klimaprotesten.

Quelle: FFF Dresden

Zum Start der Veranstaltung am Wiener Platz hatten sich 300 Menschen – vorrangig Schülerinnen und Schüler – eingefunden. Ein Redner bekräftigte zu Beginn die Notwendigkeit von Protest und Schulstreiks, um weiterhin Druck auf die Politik für mehr Klimagerechtigkeit auszuüben. Nach einer kurzen Auftaktkundgebung zog die Demonstration unter Sprechchören über die Fritz-Löffler-Straße zum Fritz-Förster-Platz. Dort schlossen sich mehrere hundert Studierende der TU-Dresden an. Als eine Person aus dem Umfeld der rassistischen PEGIDA-Proteste mit einen Schild mit der Aufschrift „Atomkraft gegen den Klimawandel“ auftauchte, wurde seitens der Verantwortlichen der „Fridays for Future“-Demonstration ein klarer Appell gegen menschenverachtende Einstellungen formuliert. Die Bewegung sei eine weltoffene und internationale Bewegung, die Rassismus nicht dulde. In einem Redebeitrag wurde sich gegen die Verkehrspolitik der CDU positioniert und sich mit den Forderungen für eine fahrradfreundliches Dresden, wie etwa den Ausbau des Zelleschen Weges, solidarisiert. Über den Umbau des Zelleschen Weges war es unlängst zu kontrovers geführten Diskussionen im Dresdner Stadtrat gekommen. Im aktuellen Entwurf von SPD, LINKEN  und Grünen sollen auf dem Zelleschen Weg zwei Autospuren zugunsten von Straßenbahn, Fahrrad sowie Füßgängerinnen und Fußgängern umgestaltet werden. Allerdings wollen CDU und FDP den bereits 2016 im Stadtrat beschlossenen Umbau kippen.

Nach dem kurzen Abstecher zu kommunalpolitischen Themen, wandte sich Tu-Professor Clemens Felsmann mit einem Grußwort an die Kundgebungsteilnehmerinnen und Teilnehmer. Er bedankte sich bei den für die angestoßene Initiative und ermutigte sie, sich auch über die Demonstrationen hinaus für eine Energiepolitik ohne fossile Brennstoffe einzusetzen. Anschließend wurden die Ziele des FFF-Bündnisses verlesen. Sie sind überschrieben mit einem Zitat Molières: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Die Forderungen der Bewegung wurden auf einer Konferenz aller Regionalgruppen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erarbeitet. Präsentiert wurden sie auf einer Pressekonferenz am 8. April im Sauriersaal des Museums für Naturkunde in Berlin. Unter anderem wird in dem Papier „100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035“ sowie ein „Ende der Subventionen für fossile Energieträger“ gefordert. Die Bewegung betont dabei, dass die Umsetzung „sozial verträglich gestaltet“ und „keinesfalls einseitig zu Lasten von Menschen mit geringem Einkommen“ gehen dürfe. Die kompletten Forderungen können auf der Seite von Friday for Future Deutschland nachgelesen werden.

Die FFF-Bewegung nahm ihren Ursprung in der Unterrichtsverweigerung der schwedischen Schülerin Greta Thunberg. Diese saß ab August 2018 mehr als drei Wochen während der Unterrichtszeit vor dem schwedischen Parlament und zeigte ein Schild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (dt. Schulstreik fürs Klima). Ihrem Vorbild folgten viele Schülerinnen und Schüler, so das sich schnell eine internationale Bewegung formierte. Am 14. Dezember 2018 wurde in Kiel zum ersten Mal in Deutschland öffentlichkeitswirksam der Unterricht verweigert und eine Demonstration mit 500 Menschen durchgeführt. Bisheriger Höhepunkt waren die Demonstrationen am 15. März 2019 als in mehr 200 Städten Schülerinnen und Schüler für die Einhaltung der Pariser Klimaziele auf die Straße gingen. Allein in Berlin waren 25.000, bundesweit laut Veranstalter über 300.000 Menschen auf der Straße. Auch in Dresden nahmen an diesem Tag mehr als 5.000 Menschen an einem Protestzug teil. Unterstützung erhält die junge Bewegung mittlerweile von den „Parents for Future“ und den „Scientist for Future““. Letztere veröffentlichten eine Stellungnahme, die nach bisherigem Stand von mehr als 26.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit unterzeichnet wurde.

Nach den Demonstrationen gegen Uploadfilter und Polizeigesetz war es bereits die dritte Demonstration innerhalb kürzester Zeit mit über 1.000 Teilnehmenden in Dresden.

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