Antifa

Der 18. Februar in Dresden

Am 18. Februar wollten wie schon 2011 ursprünglich Nazis durch Dresden ziehen, aber nach den Misserfolgen der letzten beiden Jahren und internen Streitigkeiten, die nach dem desolat verlaufenden 13. Februar in diesem Jahr nicht besser geworden sein dürften, lagen in der Stadt bislang keine Anmeldungen für rechte Demonstrationen oder Kundgebungen vor. Als Ausweichtermin haben Nazis offenbar eine Demonstration in Worms angemeldet, die aber von der pfälzischen Stadt verboten worden ist.

Statt Blockaden ruft das Bündnis „Dresden Nazifrei“ inzwischen zu einer Großdemonstration um 11 Uhr unter dem Motto „Gegen Nazis in Dresden und überall – für einen antifaschistischen Konsens!“ auf. Aufgerufen hat auch eine sich selbst als „Bündnis antisächsischer Extrem_ist_innen“ bezeichnete Initiative die sich in ihrem Aufruf „Gegen das sächsische Demokratieverständnis und die Kriminalisierung von Antifaschismus“ richtet und für einen eigenen Block auf der Demonstration mobilisiert. Als Treffpunkt wird der Dresdner Hauptbahnhof angegeben, Ziel ist das Haus der Begegnung, welches am 19. Februar des vergangenen Jahres von vermummten SEK-Einheiten gestürmt worden war. Das Land hatte wenige Monate später Versäumnisse bei der Durchsuchung eingeräumt und Teile der entstandenen Kosten ersetzt.

Aber auch die AG 13. Februar plant am Sonnabend eine Demonstration. Diese soll im Anschluss an eine Großkundgebung ab 13 Uhr vom Schloßplatz über den Bernhard-von-Lindenau-Platz, Postplatz, Dippoldiswalder Platz bis zur Neuen Synagoge führen. Neben dem SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel werden auf der Kundgebung am Schloßplatz Zeitzeugen zu Wort kommen. Während bereits um 10 Uhr in zahlreichen Kirchen der Stadt ökumenische Friedensgebete stattfinden, beginnt zur gleichen Zeit in der Unterkirche der Frauenkirche eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Gedenkkultur-Rechtsradikalismus-Gewaltprävention“.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben insgesamt 1.600 Beamtinnen und Beamte im Einsatz, dazu werden erfahrungsgemäß noch einmal mehrere Hundertschaften der Bundespolizei dazukommen. Der Einsatz der Dresdner Polizei soll demnach in den frühen Abendstunden des 17. Februars starten und bis in den Morgen des 19. Februars andauern. Insgesamt lagen der Stadt bis gestern acht Anmeldungen für den Tag vor.

Auch an diesem Tag wird euch das anarchistische Infokollektiv über seinen Ticker mit Informationen zur Demonstration und möglicher Nazikundgebungen versorgen. Darüber hinaus sendet coloRadio ab 9 Uhr auf den Frequenzen 99,3 Mhz und 98,4 Mhz und berichtet live von allen Veranstaltungen. Wer Festnahmen mitbekommt, sollte zunächst den Namen der festgenommenen Person in Erfahrung bringen und sich danach beim Dresdner Ermittlungsausschuss unter der 0351–89960456 melden. Menschen von außerhalb, die auch den Abend in Dresden verbringen möchten, sollten sich auf den Seiten von banq.de über Ausgehmöglichkeiten informieren.

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