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Naziveranstaltungen enden im völligen Desaster

In Dresden versuchten heute rund 2.500 Nazis ihre Schlappe vom vergangenen Jahr wettzumachen. Damals hatten mehrere tausend Menschen den Ort der Auftaktkundgebung blockiert. Doch auch in diesem Jahr verhinderte ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Gruppen die geplanten Kundgebungen. Mehr als 10.000 Menschen blockierten seit den frühen Morgenstunden auf sämtlichen Zufahrtsstraßen die Anreisewege der Nazis (Fotos 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7).

Am Nachmittag kam es in der Südvorstadt immer wieder zu Zusammenstößen zwischen mehreren hundert gewaltbereiten Autonomen und der Polizei, dabei wurden Mülltonnen angezündet und Barrikaden errichtet. Neben den etwa 600 Nazis am Hauptbahnhof (Fotos) warteten in Dresden-Plauen auf dem F.-C.-Weiskopf-Platz etwa 1.000 Nazis auf den Beginn ihrer Demonstration. Gegen 16 Uhr beendete der Versammlungsleiter die rechte Kundgebung am Hauptbahnhof und schickte die seit Stunden wartenden Nazis in ihre Züge. Eine im Anschluss geplante Spontandemonstration in Leipzig scheiterte knapp zwei Stunden später bereits auf dem Bahnsteig des Leipziger Hauptbahnhofs.

Eine Stunde zuvor hatten in Dresden-Löbtau bereits mehr als 200 Nazis das alternative Wohnprojekt „Praxis“ mit Flaschen und Steinen angegriffen (Video). Dabei wurden einige Fensterscheiben eingeworfen und zwei vor dem Haus parkende Fahrzeuge beschädigt. Der Angriff kann als Versuch gewertet werden, die Dresdner Richterinnen und Richter des Verwaltungsgerichts noch einmal von ihrer Friedlichkeit zu überzeugen. Die anwesende Polizei sah sich nicht im Stande, die minutenlangen Angriffe auf das bereits im Sommer zum Ziel eines rechten Anschlags gewordene Haus zu verhindern. Auch in den folgenden Stunden hatten die knapp 4.500 Polizistinnen und Polizisten die Situation im Süden der Stadt zu keinem Zeitpunkt im Griff und beließen es dabei, die beiden Lager mit Gewalt voneinander zu trennen. Gegen 19 Uhr hatten die letzten der etwa 2.500 angereisten Nazis die Stadt mit der S-Bahn in Richtung Freital verlassen.

Insgesamt nahmen die Beamtinnen und Beamten nach eigenen Angaben mehr als 50 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Widerstandes und Körperverletzung in Gewahrsam. Als Reaktion auf die erfolgreich verhinderten rechten Kundgebungen, stürmten am Abend vermummte Spezialeinsatzkräfte der Polizei das Pressebüro von „Dresden Nazifrei“ auf der Großenhainer Straße. Sie beschlagnahmten die Computer und nahmen nach Medienangaben vier Personen fest.

Weitere Berichte: Dresden am 19. Februar 2011 – Diese Stadt bleibt Nazifrei! | Dresden: Ein Resümee | [19. Februar] The Battle of Dresden | Naziaufmarsch erneut verhindert – 19. Februar 2011 in Dresden

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