Freiräume

Proteste gegen Militärzeremonie

Schon am 20. Dezember protestierten mehrere Menschen gegen eine Militärzeremonie der Bundeswehr vor der Dresdner Semperoper. Dabei ging die Polizei gegen rund 20 störende Menschen vor und erteilte mindestens zwei Personen einen Platzverweis. Anlass der öffentlichen Veranstaltung war die Beförderung von 470 Jungoffizieren nach 30 Monaten Dienstzeit an der Offiziersschule des Heeres zum Oberleutnant.

Die Protestierer kritisierten die „sorgfältige Inszenierung“ auf dem Theaterplatz als „Schulterschluss zwischen der Bundeswehr und den Bürgern“. Die Bundeswehr werde bei öffentlichen Veranstaltungen „als ein humanes, entwicklungspolitisches Antikonfliktteam verkauft“, während zeitgleich der Freistaat erneut friedlichen Protest unterdrückt und kriminalisiert. Nachdem zwei als Clowns verkleidete Menschen damit begonnen hatten, Flöte zu spielen, beschlagnahmte die eingesetzte Polizei die Flöten und begann damit, die beiden zu durchsuchen. Außerdem wurden von den Beamtinnen und Beamten mehrere Flyer konfisziert, die sich gegen die Bundeswehr richteten.

Neben zahlreichen Familienangehörigen und Freunden der künftigen Offiziere beteiligten sich auch mehrere Landtagsabgeordnete und Kirchenvertreter an der Zeremonie. Auch Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) und Dresdens Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) gratulierten den Absolventen des dreimonatigen Lehrgangs zu „Taktik, Militärgeschichte und politische Bildung“. Der Pressesprecher und Major der Offiziersschule, Holger Hase, betonte in einem Interview die „starke Verwurzelung“ der Bundeswehr in Dresden und verwies auf die Verantwortung der Soldaten als „Staatsbürger in Uniform“. Schon im zweiten Weltkrieg waren in der inzwischen als „attraktiven Standort“ verklärten Albertstadt, Offiziere für den Vernichtungskrieg im Osten ausgebildet und unterrichtet worden.

Anfang des Jahres hatte der Journalist Markus Frenzel in einem Buch auf den von der Bundeswehr ausgebildeten Militärdiktator von Guinea, Moussa Dadis Camara, und dessen Polizeichef hingewiesen. Diese waren 2008 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen und hatten davor das erlernte militärische Wissen dazu benutzt, um 2007 in einem Stadion in Guineas Hauptstadt Conakry ein Massaker unter der Zivilbevölkerung anzurichten. Ein anderes Beispiel verweist auf die Partnerschaft mit Usbekistan, in dem schon seit Jahren massive Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Dennoch unterstützt die Bundesregierung das Land seit mehreren Jahren mit Millionenzahlungen und bildet Teile der miliärischen Führung regelmäßig bei der Bundeswehr aus.

Kommentare

  1. HinzundKunz sagt:

    Der Theater Platz hieß im Übrigen bis 1945 „Adolf-Hitler-Platz“!
    In dem Lehrgang zu “Taktik, Militärgeschichte und politische Bildung” wäre ein Blick in die Stadtgeschichte sicherlich nicht verkehrt gewesen!
    (Mal abgesehn von der Frage warum eine Beförderung, nach einem Lehrgang von 3 Monaten, in der Öffentlichkeit geschehen muss! „Wenn das alle machen würden?!“ )
    Dass Vertreter der Kirche anwesend waren, muss auch niemand irritieren, zu mir sagte einmal ein katholischer Militärpfarrer, dass das Gebot „Du sollst nicht töten“ ein Übersetzungsfehler sei und es eigentlich „Du sollst nicht morden“ heißen müsste! Da es ja einen gewaltigen Unterschied ergäbe, es sich mit Gott auch einfach besser stirbt, deshalb ist es, wenn man als Soldat jemanden umbringt, keine Sünde! Ich gebe zu da war ich sprachlos! Es fehlte nur noch der Zusatz und ungläubige Moslems töten macht einen zum christl. Märtyrer! (Und es lag ihm bestimmt auf der Zunge, man sah es ihm an.) Eines jedenfalls steht für mich fest, als „Brunnenbohrer“ oder „bewaffnete Aufbauhelfer“ sehen sich da die wenigsten! Da sich heute auch niemand mehr auf Dummheit herausreden kann, dürfte den meisten klar sein das Sie nur die Interessen von Wirtschaftszweigen durchsetzen also einfache Söldner sind! (Einige völlig verblendete gehirngewaschene Kreaturen sind natürlich auch immer dabei, für diese Leute werden wohl die neuen Heldenorden gedacht sein, welche dann vor dem Sarg hergetragen werden! Es sieht einfach schöner aus bei der Beerdigung, wenn schon von dem Toten kaum etwas übrig ist, dass man begraben könnte!)

  2. karli sagt:

    Nur ein Beispiel wer in der Dresden Offizierschule des Heeres (OSH)(Bundeswehr) so sein Handwerk lernt im töten
    Moussa Dadis Camara war Hauptmann in der Armee Guineas und war vom 24. Dezember 2008 bis zum 3. Dezember 2009 de facto Präsident des Landes.
    Zwischen 1996 und 2005 verbrachte er insgesamt 4 Jahre in Deutschland und wurde unter anderem an der Bundeswehr-Offiziersschule Dresden sowie der Nachschubschule in Bremen ausgebildet.[3] Nach eigenen Angaben absolvierte er den Fallschirmspringerlehrgang der Bundeswehr, er trägt regelmäßig das Barettabzeichen der deutschen Fallschirmjägertruppe.Camara war einer der Hauptanführer des Putsches von Weihnachten 2008. Da Camara bei der Planung und Durchführung zur Geheimhaltung regelmäßig Deutsch sprach.Auch als der Deutsche Putsch bekannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *