Kultur

„Die Kinder von Paris“ ab 10. Februar im Kino

Am kommenden Donnerstag startet bundesweit der für mehrere Filmpreise nominierte französische Kinofilm „Die Kinder von Paris“. Der Film erzählt die Geschichte des elfjährigen Joseph Weismann, der von einem Tag auf den anderen keinen Zutritt mehr zu Kinos, Jahrmärkten und öffentlichen Parks der Stadt bekommt. Dennoch führt er ein ganz alltägliches Leben und wähnt sich trotz deutscher Besatzung mit seiner Familie in Sicherheit. Bis zum schicksalshaften Morgen des 16. Juli 1942, als ihr bescheidenes Glück im Pariser Stadtteil Montmartre zerbricht.

Hintergrund des Films von Regisseurin Rose Bosch ist die vom Vichy-Regimes durchgeführte Massenrazzia in Paris im Sommer 1942. In Absprache mit den deutschen Besatzern verhafteten die französischen Behörden innerhalb von zwei Tagen 13.152 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Die Mehrzahl der festgenommenen Juden wurden vor ihrem Transport nach Auschwitz im Vélodrome d’Hiver im Zentrum von Paris unter menschenunwürdigen Bedingungen zusammengepfercht. Die Beteiligung der französischen Vichy-Regierung sowie tausender französischer Polizeibeamter war jahrzehntelang ein Tabu in Frankreich. Erst 50 Jahre später entschuldigte sich der französische Staatspräsident Jacques Chirac öffentlich für die begangenen Verbrechen. Heute steht an der Stelle, wo bis 1959 das Velodrom stand, ein Denkmal zur Erinnerung an die „Rafle du Vél d’Hiv“.

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