Kultur

Militärhistorisches Museum noch bis Jahresende ohne Eintritt

Noch bis Ende Dezember besteht die Möglichkeit, das am 14. Oktober nach siebenjähriger Bauzeit neu eröffnete und komplett umgestaltete Militärhistorische Museum der Bundeswehr auf der Hans-Oster-Straße unweit der Äußeren Neustadt kostenlos zu besichtigen. Danach wird der unter anderem vom amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind entworfene mehr als 60 Millionen Euro teure Bau Eintritt kosten. Ursprünglich war die Fertigstellung des dreigeschossigen Gebäudes schon für 2008 vorgesehen, verzögerte sich jedoch aufgrund von zusätzlichen Bauarbeiten bis Herbst 2011. Das Museum zählt mit seinen mehr als 10.000 Exponaten auf insgesamt 19.000m² Ausstellungsfläche zu einem der größten militärhistorischen Museen in Europa.

Das Prunkstück des neuen Gebäudes ist ein keilförmiger Glasvorbau der in die Richtung zeigt, in der die alliierten Bomberverbände in den Abendstunden des 13. Februars auf Dresden zuflogen. Von oben bietet sich bei gutem Wetter ein hervorragender Blick auf die Altstadt von Dresden, thematisch unterlegt wurde das Obergeschoss mit einem Hinweis auf die Bombardierung der Stadt und dem Verweis auf die von den Deutschen zerstörten Städte Rotterdam und Wieluń. Das Gebäude wurde von Libeskind so konzipiert, dass im Inneren sogar Platz für eine originale V2 Rakete ist. Dazu wird passend zur Idee der Ausstellung auf den Ort ihrer Entstehung genauso eingegangen, wie auf den Schauplatz ihres ersten Einsatzes. So ist neben dem Essnapf mit eingeritzter Häftlingsnummer aus dem KZ Mittelbau-Dora auch die abgedunkelte Puppenstube eines britischen Mädchens zu sehen.

Während sich das Museum in der Vergangenheit vor allem durch die kritiklose Präsentation von Waffen und Waffensystemen auszeichnete und damit gerade auch in rechten Kreisen zu einem beliebten Ausflugsziel in der Landeshauptstadt wurde, gäbe es bisher „keine Anhaltspunkte dafür, dass das Museum zu einer Versammlungsstätte für Rechtsextreme werden könnte“, so Museumssprecher Sebastian Bangert. Er verwies auf den neuen Charakter der Ausstellung, der Gewalt und Krieg kritisch und nicht verherrlichend aufzuzeigen versucht. Nach eigener Darstellung will sich die Bundeswehr damit „im Sinne eines modernen museumspädagogischen Ansatzes […] nicht nur als Institution, sondern auch in seiner Wechselwirkung zum wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und gesamtöffentlichen Leben“ darstellen. Ob das wirklich der Fall ist und ob die Ausstellung auch den Versuch der Bundeswehr aufzeigt, aktuelle Auslandseinsätze kritisch zu hinterfragen, könnt ihr am besten vor Ort feststellen. Angesprochen, ob das Museum eine willkommene Möglichkeit ist, junge Menschen für die Bundeswehr zu begeistern, leugnet der Direktor und Oberst der Bundeswehr, Matthias Rogg, jedenfalls nicht.

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