Nazis

Prozessauftakt gegen Stanley Nähse

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „RM16“ in Dresden Pieschen, muss sich der 21-jährige Nazi Stanley Nähse vor dem Landgericht verantworten. Nähse soll in der Nacht zum 24. August 2010 einen Molotow-Cocktail in ein offenes Fenster in der zweiten Etage des Hauses geworfen haben. Dabei landete der Brandsatz glücklicherweise auf einem Podest, sodass es nicht zu einer Ausbreitung des Feuers kam. Der Brand konnte schnell gelöscht und somit schlimmeres verhindert werden. Die Staatsanwaltschaft wirft Nähse daher versuchten Mord in zehn Fällen in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung vor. Seit dem 24. Januar sitzt Stanley Nähse deshalb in Untersuchungshaft.

Nach Verlesung der Anklageschrift wurde der Prozess für nicht öffentlich erklärt. Das Gericht verspricht sich davon einen schnelleren Ablauf des Verfahrens. Laut DNN (Printausgabe) schweigt der Angeklagte und sagt nicht zur Tat aus. Zur Unterstützung Nähses waren im Vorfeld der Verhandlung ein dutzend Nazis am Landgericht anwesend und versuchten, den Angeklagten bei der Einfahrt ins Landgericht zu begrüßen, was von den Beamten unterbunden werden konnte. Darunter neben dem Vater und der Verlobten Kathi Müller auch stadtbekannte Nazis wie Marco Eißler und Hans Böhm.

Der Brandanschlag Ende August war der zweite innerhalb einer Woche in Dresden. Wenige Tage zuvor wurde das linke Wohnprojekt „Praxis“ in Dresden Löbtau von bisher Unbekannten in Brand gesteckt. Dabei brandte ein Zimmer komplett aus. Glücklicherweise schlief zu diesem Zeitpunkt niemand in diesem Zimmer, sodass niemand verletzt wurde. Aufgrund der Serie von Naziangriffen in Dresden demonstrierten am Abend des 26. August knapp 500 Menschen durch Dresden Pieschen, um sich mit den Betroffenen zu solidarisieren.

Kommentare

  1. kuckuck sagt:

    Ein Gespräch mit Verfahrensbeteiligten, geführt nach dem dritten Verhandlungstag, bringt ein paar Infos zum bisherigen Verlauf des Prozesses.

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