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500 gegen Nazianschläge in Dresden

Fast 500 Menschen demonstrierten am Abend durch Pieschen und Trachau. Beide Stadtteile waren in der Vergangenheit immer wieder durch vermehrte Naziaktivitäten aufgefallen. Als bisheriger Höhepunkt des Naziterrors, wurde am frühen Dienstag Morgen ein linkes Hausprojekt in Pieschen mit einem Brandsatz attackiert.

Wenige Minuten vor Beginn der Demonstration versuchten drei Nazis aus dem Spektrum der „Nationalen Sozialisten“ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration zu provozieren. Sie erhielten Platzverweise. Unter den Nazis befand sich der vorbestrafte Nazischläger Christian Leister.

Der lautstarke Demonstrationszug verlief bis auf einzelne Rangeleien mit den Einsatzkräften friedlich und folgte dem Straßenverlauf der Leipziger Straße entlang bis zum Endpunkt am Trachauer Bahnhof im Dresdner Norden.

In zahlreichen Redebeiträgen berichteten die Projekte von ihren täglichen Erfahrungen mit den oft folgenlosen Angriffe und wiesen auf die gestiegene Zahl rechter Übergriffe in diesem Jahr in Sachsen hin. Inzwischen hat die Soko Rex des Landeskriminalamtes in beiden Fällen die Ermittlungen aufgenommen.

In den Tage zuvor hatten sich Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Initiativen und Parteien schockiert über die Brandanschläge gezeigt und von CDU-Oberbürgermeisterin Helma Orosz ein deutliches Zeichen gefordert. In der lokalen Berichterstattung war der nächtliche Brandanschlag auf die Praxis in Dresden-Löbtau vor mehr als einer Woche als Racheakt mutmaßlicher rechter Jugendlicher gewertet worden.

Bei den beiden Anschlägen entstand zum Teil erheblicher Sachschaden. Spenden bitte an folgende Kontoverbindung:

Empfänger: Rote Hilfe Dresden
Verwendungszweck: Brandanschlag – Praxis
Kontonummer: 609760434
Bankleitzahl: 360 100 43

Weiterer Artikel bei Indymedia: DD: 500 auf Demonstration gegen Naziterror

Kommentare

  1. Kommissar Thiel sagt:

    Brandanschlag auf die Begräbnishalle des Neuen Jüdischen Friedhofs in Dresden-Johannstadt: http://kulturhaus-pirna.de/akubiz/modules/news/article.php?storyid=375

  2. rm16 sagt:

    Hausprojekt RM16 sagt Begehung durch LKA ab

    Das linke Wohn- und Kulturprojekt RM16 sagt aufgrund des skandalösen Verhaltens der Polizei am vergangenen Samstag eine Begehung seiner Räumlichkeiten ab.
    Es war eine Begehung des Objektes durch Beamte der Soko Rex im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu dem Brandanschlag auf die RM16 im August vergangenen Jahres geplant.

    Zur Begründung erklärte das Hausprojekt:

    Wir verurteilen die martialische und gewaltsame – und im übrigen zumindest in dieser Form illegale – Durchsuchungs-, Beschlagnahme- und Festnahmeaktion, welche das LKA und SEK (Sondereinsatzkommando) am Abend des 19. Februar in den Räumen des „Roten Baum“ sowie der Linkspartei und einer Anwaltskanzlei durchführten.

    Außerdem stellen wir fest, dass die Polizei zwar zum Schutz und zur Durchsetzung des Naziaufmarsches massiv gegen Gegendemonstrant_innen vorgegangen ist, aber gleichzeitig nicht Willens oder in der Lage war, Wohnhäuser, die bereits in der Vergangenheit Angriffsziele von Neonazis waren und deren Gefährdung dadurch bekannt war, zu schützen.
    Bei dem Angriff von 200 Nazis am 19. Februar auf das Wohnhaus “Praxis” in Dresden Löbtau sahen die Besatzungen von mindestens drei unmittelbar anwesenden Streifenwagen untätig zu, während das Haus von Nazis mit Steinen beworfen wurde. (http://www.youtube.com/v/5yDT_UHupSQ)
    Der Angriff dauerte etwa 10 Minuten, der Anmarsch der Nazis aus Richtung Freital war der Polizei im Vorfeld bekannt.

    Sahen wir uns schon vor diesen Ereignissen vor die schwierige Entscheidung gestellt, ob wir einer Begehung unserer Räumlichkeiten im Rahmen der Ermittlungen des LKA zustimmen können, so ist es uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, unsere Türen für diejenigen zu öffnen, die Überfälle auf linke Projekte verüben oder ihnen tatenlos zusehen. Es erscheint uns höchst widersprüchlich, einerseits mit der Festnahme des Neonazis Stanley Nähse im Januar diesen Jahres den Erfolg der Polizei im Kampf gegen gewälttätige Neonazis zu feiern, andererseits jedoch eben diese in ähnlich gefährlicher Weise gewähren zu lassen. Dass die „Praxis“ bei dem Angriff am vergangenen Sonnabend nur Sachschaden nahm, ist jedenfalls nicht dem Verhalten der Polizei zuzurechen. Wie die Brandanschläge auf „Praxis“ und RM16 im vergangenen Jahr zeigen, schrecken Neonazis nicht vor Mordversuchen auf politische Gegner zurück.

    Wir fordern die Sächsische Landespolizei auf, zu den genannten Vorfällen, insbesondere zu dem Verhalten der beteiligten Beamten, Stellung zu beziehen. Im Übrigen erwarten wir, dass die Täter auch ohne die Kooperation der Betroffenen ermittelt werden. Damit meinen wir ausdrücklich auch die beteiligten Polizeibeamten.

    http://kneipentreff.blogsome.com/2011/02/22/hausprojekt-sagt-begehung-durch-lka-ab/

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