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Mehrere Veranstaltungen vier Jahre nach der Ermordung Marwa El-Sherbinis

Anlässlich der Ermordung von Marwa El-Sherbini in einem Sitzungssaal des Landgerichtes Dresden, finden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche vom Ausländerrat der Stadt Dresden organisierte Veranstaltungen statt, die die Erinnerung an den grausamen Mord vor vier Jahren wach halten sollen. Die 31jährige Frau war am 1. Juli 2009 während einer Berufungsverhandlung von Alexander Wiens mit einem Messer attackiert und niedergestochen worden. Dieser hatte am 21. August 2008 Marwa und ihrem damals zweijährigen Sohn auf einem Spielplatz im Dresdner Stadtteil Johannstadt islamfeindlich beleidigt und war dafür von Marwa El-Sherbini angezeigt und vom Amtsgericht Dresden wegen Beleidigung drei Monate später zu einer Geldstrafe von 780 Euro verurteilt worden.

Der Täter war, nachdem Marwa vor Gericht gegen ihn ausgesagt hatte, mit einem 18cm langen Küchenmesser auf die im dritten Monat schwangere Frau losgegangen und hatte vor den Augen ihres Sohnes mindestens 15mal auf sie eingestochen. Als der Verteidiger des Angeklagten und ihr Ehemann dazwischen gegangen und ebenfalls mit dem Messer attackiert worden waren, stürmten zwei Bundespolizisten in den Saal und schossen dem Ehemann der Ermordeten ins Bein. Erst im Anschluss daran, konnte der eigentliche Täter überwältigt und festgenommen werden. Alexander Wiens war nur wenige Monate später vor dem gleichen Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die Tat mit direktem Vorsatz und nicht im Affekt begangen hatte. Ihre Ermordung hatte auch in der islamischen Welt für Entsetzen gesorgt.

Als Reaktion auf die Tat war das Marwa Kultur- und Bildungszentrum Dresden e.V. gegründet worden. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, mit unterschiedlichen Maßnahmen Kultur, Religion und internationale Gesinnung sowie eine Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigung zu fördern. Die Stadt hat aus diesem Grund gemeinsam mit der Sächsischen Landesregierung im vergangenen Jahr ein Marwa El-Sherbini Stipendium ins Leben gerufen. Das erste monatliche Stipendium in einer Höhe von 750 Euro erhielt Hiba Omari, die im vergangenen Jahr ihr Diplomstudium für Elektrotechnik am Institut für Biomedizinische Technik an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Dresden begonnen hat.

Vier Jahre nach der Tat findet am Montag ab 17 Uhr in der Kreuzkirche ein Ökumenisches Friedensgebet mit Superintendent Albrecht Nollau statt. Nach dem offiziellen Gedenken an Marwa El-Sherbini um 18 Uhr vor dem Dresdner Landgericht, bietet das Marwa-El-Sherbini-Kultur- und Bildungszentrum e.V. Raum für einen christlich-islamischen Dialog. Am darauffolgenden Dienstag beginnt auf Einladung von Dresdens Integrations- und Ausländerbeauftragten Uta Kruse um 17 Uhr eine Veranstaltung im Lichthof des Neuen Rathaus des Projektes „Angekommen in Dresden“. Dazu wurden fünfzehn Porträts und Interviews mit zugewanderten Menschen geführt, die inzwischen in Dresden leben und arbeiten. Das Gedenken schließt am 20. Juli mit einem vom DSC-Fanrat, dem Ausländerrat Dresden e.V. und der Gruppe raddix organisierten antirassistischen Fußballturnier „kick racism“ im Heinz-Steyer-Stadion ab.

Kommentare

  1. . sagt:

    Das ist nicht ganz korrekt, den ersten Schuss hat ein Beamter abbekommen, welcher in Zivil gekleidet war der Marwa helfen wollte. Der schießende Polizist wusste nicht, dass das nicht der Täter war.

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